Die heilende Wirkung einer salzarmen Diät auf den Blutdruck: Neueste Forschungsergebnisse aus Nashville/Tennessee

Die heilende Wirkung einer salzarmen Diät auf den Blutdruck: Neueste Forschungsergebnisse aus Nashville/Tennessee

Hintergrund: Salzkonsum und Hypertonie

In einer Studie am Vanderbilt University Medical Center in Nashville, Tennessee, wurde festgestellt, dass eine salzarme Diät bei Menschen im mittleren Lebensalter innerhalb von nur einer Woche den Blutdruck senken kann. Die Ergebnisse dieser experimentellen Studie wurden kürzlich auf der Jahrestagung der American Heart Association in Philadelphia vorgestellt und im renommierten amerikanischen Ärzteblatt (JAMA) veröffentlicht.

Studiendesign und Teilnehmerprofil

Die Studie, unter der Leitung von Deepak Gupta, umfasste 213 Teilnehmer, von denen die Hälfte bereits unter Hypertonie litt und mit verschiedenen Medikamenten behandelt wurde. Überraschenderweise zeigte die salzarme Diät unabhängig von der Ausgangssituation der Teilnehmer, ob sie bereits unter hohem Blutdruck litten oder nicht, eine positive Wirkung.

Salzkonsum und Gesundheitsrisiken

Der Zusammenhang zwischen einem zu hohen Salzkonsum und Hypertonie ist bereits bekannt. Natrium, der entscheidende Faktor im Kochsalz, trägt maßgeblich dazu bei. Laut Schätzungen des Institute for Health Metrics and Evaluation in Seattle sterben weltweit jährlich etwa 1,89 Millionen Menschen an den Folgen eines übermäßigen Salzkonsums. Eine salzarme Ernährung könnte laut der Weltgesundheitsorganisation viele dieser Todesfälle verhindern.

Ausgangssituation und Salzkonsum der Studienteilnehmer

Die Teilnehmer der Studie wiesen zu Beginn einen durchschnittlichen Salzkonsum von 4,45 Gramm Natrium pro Tag auf, was deutlich über den von der WHO empfohlenen zwei Gramm lag. In einem Zeitraum von zwei Wochen erhielten sie entweder täglich zwei kleine Tütchen mit jeweils 1.100 mg Natrium, die sie ihrer normalen Nahrung hinzufügen sollten, oder sie konsumierten Nahrung aus einer speziellen Küche mit nur 500 mg Natrium und einem erhöhten Kaliumgehalt von 4.500 mg.

Auswirkungen auf den Blutdruck und Natriumausscheidung

Die Auswirkungen auf den Blutdruck waren beeindruckend. Die tägliche Ausscheidung von Natrium im Urin fiel in der salzarmen Woche signifikant auf median 1,27 Gramm, während sie in der natriumreichen Woche auf median 5,00 Gramm anstieg. Der systolische Blutdruckwert war in der Woche mit natriumreicher Nahrung um 8 mm Hg höher als in der Woche, in der Kaliumsalze verwendet wurden. Beim diastolischen Blutdruck betrug der Unterschied 3 mm Hg.

Salzsensitivität und „Inverse“ Salzsensitivität

Besonders interessant war die Feststellung, dass bei 73,4 % der Teilnehmer ein nachweisbarer Anstieg des systolischen Blutdrucks durch die natriumreiche Kost festgestellt wurde. Bei 46 % betrug der Anstieg sogar mehr als 5 mm Hg, was als gängige Definition für Salzsensitivität gilt.

Fazit und Ausblick

Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung einer bewussten Kontrolle des Salzkonsums und könnten eine wichtige Rolle in der Prävention von Hypertonie und deren Komplikationen spielen. Es wird deutlich, dass eine salzarme Ernährung nicht nur für Menschen mit hohem Blutdruck, sondern auch für die allgemeine Bevölkerung von Nutzen sein kann. Es bleibt spannend, wie diese Forschung in der Zukunft die Empfehlungen für eine herzgesunde Ernährung beeinflussen wird.

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Quellen:

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