Insomnie – Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Einleitung

Viele von uns haben es schon einmal erlebt. Man kann einfach nicht einschlafen, obwohl man müde ist. Doch etwa 6 von 100 Menschen haben regelmäßig Schlafprobleme wie Ein- oder Durchschlafstörungen. Treten diese Probleme mindestens dreimal pro Woche über einen Zeitraum von über einem Monat auf, spricht man von Insomnie.

Insomnie

Als Ursachen kommen Schichtarbeit, Stress, körperliche sowie seelische Krankheiten oder auch Persönlichkeitseigenschaften, wie Perfektionismus in Frage. Auch Koffein, Alkohol oder Drogen sowie Medikamente können Schlafprobleme verursachen. Durch Gewohnheiten, wie das Nachholen von Schlaf am Tag oder auch vermehrtes nächtliches Grübeln kann dann ein Teufelskreis entstehen und die Schlafstörung wird dauerhaft.

Schlaflosigkeit birgt dabei gesundheitliche Risiken. So kann die Insomnie Depressionen hervorrufen. Auch besteht ein höheres Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkte oder Herzversagen. Umso wichtiger ist es, die Schlafstörung zu behandeln.

Therapie

Studien belegen, dass die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) bei einer dauerhaften Insomnie eine hohe Wirksamkeit hat, weshalb sie oftmals empfohlen wird. Betroffene lernen dabei Techniken kennen, durch die die negativen Denkschleifen durchbrochen werden können und somit Entspannung möglich ist. Bewirkt die KVT keine Besserung, können Medikamente wie beispielsweise Benzodiazepine oder Antidepressiva eingesetzt werden, bei denen Nebenwirkungen allerdings nicht auszuschließen sind. Die Wirkung von pflanzlichen Mitteln wie Baldrian, Passionsblume, Melisse oder Hopfen konnte noch nicht ausreichend nachgewiesen werden und ist daher nicht zu empfehlen. Auch der Nutzen von Verfahren wie Achtsamkeit, Akupunktur, Bewegung, Homöopathie, Lichttherapie, Massage oder Yoga ist nicht ausreichend durch Studien belegt.

Doch auch Sie selbst können etwas tun: Vermeiden Sie Koffein am Nachmittag und Mittagsschläfchen. Versuchen Sie außerdem, abends leichte Kost zu sich zu nehmen und auf Alkohol zu verzichten. Auch körperliche Aktivität am Tag wirkt sich positiv auf den Nachtschlaf aus. Direkt vor dem Schlafengehen sollten Sie jedoch körperlich anstrengende Tätigkeiten vermeiden.

Um die negativen Denkschleifen zu verhindern, sind außerdem folgende Punkte wichtig: Vermeiden Sie es, bei Einschlafproblemen auf die Uhr zu schauen und legen Sie sich nur ins Bett, wenn Sie wirklich müde sind.

Quelle

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/063-003p2_S3_Insomnie-Erwachsene_2018-02.pdf

 

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