Größten Risikofaktoren für Krebs sind verhaltensbedingt

 

Die größten Risikofaktoren für Krebs sind verhaltensbedingt

Krebs stellt weltweit eines der größten gesundheitsökonomischen Herausforderungen dar und ist hinter Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. In Deutschland sterben jährlich ca. 230.000 Menschen an den Folgen einer Krebserkrankung. Neben einer erblichen Veranlagung spielen häufig bestimmte Lebensstilfaktoren bei der Entstehung von bösartigen Tumoren eine Rolle. Eine Analyse der „Global Burden of Disease“ Studie aus dem Jahr 2019 hat nun das Ausmaß der Krebserkrankungen, die auf vermeidbare Risikofaktoren zurückzuführen sind, untersucht. Die Risikofaktoren wurden in drei Gruppen unterteilt.

  • Umwelt- und berufsbedingte Risikofaktoren
  • Verhaltensbedingte Risikofaktoren
  • Stoffwechselbedingte Risikofaktoren
Ist der Großteil der Krebserkrankungen vermeidbar?

Die Analyse zeigt auf, dass etwa die Hälfte der Todesfälle (44,4 %) aus dem Jahr 2019 vermeidbar gewesen wären. Im Weiteren stiegen die risikoabhängigen Krebstodesfälle von 2010 bis 2019 um 20,4%. Die Forschenden haben außerdem ein Ranking zu den führenden Risikofaktoren erstellt. An den ersten fünf Stellen stehen:

  1. Rauchen
  2. Alkoholkonsum
  3. Hoher Body-Mass-Index
  4. Ungeschützter Sex
  5. Hohe Blutzuckerwerte

Zusätzlich ist der größte prozentuale Anstieg von 2010 bis 2019 mit ca. 34% den metabolischen Risiken – Übergewicht, Bewegungsmangel, fett-/cholesterinhaltige Nahrungsmittel – zu verzeichnen. Diese Ergebnisse zeigen, dass die auf den ersten fünf Ranglistenplätzen verhaltensbedingte Risiken stehen und somit ein Großteil der Krebsbelastung und auch Todesfälle durch eine Veränderung des Lebensstils verhindert werden könnte.

Männer erkranken häufiger

Folgend konnten die Wissenschaftler*innen auch den Unterschied zwischen Männern und Frauen im Hinblick auf risikobezogene Todesfälle darstellen. Die Männer wiesen im Jahr 2019 2,8 Millionen vermeidbare Krebstodesfälle auf – die Frauen etwa 1,5 Millionen. Das sei laut den Forschenden darauf zurückzuführen, dass Männer häufig einen ungesünderen Lebensstil im Vergleich zu Frauen zeigen.

Die führenden Krebsarten bei Männern sind:

  • Prostata (24,6%)
  • Lunge (13,3%)
  • Darm (12,8%)
  • Harnblase (5,1%)
  • Malignes Melanom der Haut (4,5%)

Die führenden Krebsarten bei Frauen sind:

  • Brustdrüse (30%)
  • Darm (11,5%)
  • Lunge (9,4%)
  • Malignes Melanom der Haut (4,7%)
  • Gebärmutterkörper (4,7%)
Folgende evidenzbasierte Gesundheitsrisiken begünstigen die Krebsentstehung:
Bewegungs-mangel Fehlernährung Rauchen Alkoholkonsum UV-Strahlung
Lungenkrebs x x x
Brustkrebs x x x x
Darmkrebs x x x x
Gebärmutter-halskrebs x x
Harnblasenkrebs x x
Hautkrebs x
Prostatakrebs x

 

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Wie können Sie vorbeugen?

Das Überleben einer Krebserkrankung hängt häufig davon ab, dass diese in einem frühzeitigen Stadium entdeckt wird. Je früher somit eine geeignete Diagnose und Therapie erfolgt, desto besser ist die Aussicht auf Heilung. Um jedoch präventiv dagegen zu wirken, wird zu einem gesunden Lebensstil, mit ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und einer Minimierung der Risikofaktoren, geraten.

 

Quellen

Bundesministerium für Gesundheit, Krebs (2022)

Deutsches Krebsforschungszentrum, Erstmals für Deutschland ermittelt: Vermeidbare Risikofaktoren verursachen 37 Prozent aller Krebsfälle (2018)

GBD 2019 Cancer Risk Factors Collaborators, The global burden of cancer attributable to risk factors, 2010–19: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2019 (2022)

Steven C. Moore et al, Leisure-time physical activity and risk of 26 types of cancer in 1.44 million adults (2016)

Zentrum für Krebsregisterdaten, Krebsarten (2021)

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