Auswirkungen von Alkoholkonsum auf das Gehirn

Auswirkungen von Alkoholkonsum auf das Gehirn

Das Trinken von Alkohol wirkt auf das Gehirn. Ein zu hoher Konsum kann beispielsweise Verlust von Gehirnmasse oder Absterben von Nervenzellen zur Folge haben. Auch Erkrankungen von Leber, Bauchspeicheldrüse und Muskulatur lassen sich auf zu viel Alkoholtrinken zurückführen(1). Jedoch ist noch unklar, welche Menge negative Folgen auf die Gehirnfunktionen hat.

Verlust von Gehirnmasse nur bei starkem Konsumverhalten?

Um dies zu erforschen wurden 36.678 Personen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren untersucht. Die in diesem Monat veröffentlichten Studienergebnisse zeigen auf, dass bereits ein relativ geringer Konsum von alkoholischen Getränken Auswirkungen auf die Gehirnmasse haben kann. Das entspricht ungefähr zwei Alkoholeinheiten pro Tag: 300 ml Bier oder 100 ml Wein.

  • In der Studie wurden bereits negative Assoziationen bei Personen beobachtet, die im Durchschnitt ein bis zwei Alkoholeinheiten pro Tag konsumieren.
  • Außerdem wird deutlich, dass je mehr Alkoholeinheiten konsumiert werden, desto negativer sind die Folgen für das Gehirn. Der Zusammenhang ist also nicht linear und der Verlust von Hirnmasse wird immer größer, je mehr der Mensch trinkt.
Vergleich Studie und Empfehlungen

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) gibt an, dass ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht, wenn:

  • Frauen täglich mehr als 12 g reinen Alkohol trinken – ca. 125 ml Wein
  • Männer täglich mehr als 24 g reinen Alkohol trinken – ca. 600 ml Bier.
  • Im Weiteren sollte an wenigstens zwei bis drei Tagen pro Woche gänzlich auf das Genussmittel verzichtet werden(1).

Damit liegt die Grenze für ein erhöhtes Krankheitsrisiko bei der DHS doppelt so hoch wie nach den Ergebnissen der Studie abzuleiten. Es ist zu beobachten, ob mit der neuen Forschung die Grenzwerte angepasst werden. Abschließend lässt sich sagen, dass der Gesundheit kaum geschadet wird, wenn weniger als 10 g reiner Alkohol am Tag konsumiert wird. Negative Folgen bei einem höheren Konsum können beispielsweise körperliche Erkrankungen, wie auch die Veränderungen im Gehirn, oder psychische Probleme in Verbindung mit sozialen Konflikten im privaten und beruflichen Umfeld sein. Empfehlenswert ist ein gesundheitsbewusster und verantwortungsbewusster Umgang mit dem Genussmittel erfolgen um verschiedenste Gesundheitsrisiken zu minimieren(3).

 

Quellen:

(1) Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (2022) Alkohol- Risiken (letzter Zugriff am 09.03.2022) https://www.dhs.de/suechte/alkohol/risiken

(2) Remi Daviet, Gökhan Aydogan, Kanchana Jagannathan, Nathaniel Spilka, Philipp D. Koellinger, Henry R. Kranzler, Gideon Nave & Reagan R. Wetherill (2022) Associations between alcohol consumption and gray and white matter volumes in the UK Biobank https://www.nature.com/articles/s41467-022-28735-5.pdf

(3) IQWIG-Gesundheitsinformationen (2022) Ab wann ist Alkohol schädlich? (letzter Zugriff: 16.03.2022) https://www.gesundheitsinformation.de/ab-wann-ist-alkohol-schaedlich.html

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