Süßstoff anstatt Zucker – macht das wirklich Sinn?

Ernährung, Gesundheit

Bei Süßstoffen handelt es sich um synthetische oder natürliche Ersatzstoffe für Zucker. Sie haben keine oder sehr geringe Kalorien. Deswegen werden sie von Konsumenten gerne eingesetzt, um Kalorien einzusparen und trotzdem süß zu schmecken. Häufig verwendete Süßstoffe sind beispielsweise Aspartam, Sucralose oder Cyclamat. Doch ist das Ersetzen von Zucker mit Süßstoffen wirklich sinnvoll?

Studienlage zum Thema Süßstoff

Eine aktuelle Studie begutachtete 56 Einzelstudien, welche die Auswirkungen von Süßungsmitteln auf die Gesundheit von Erwachsenen und Kindern untersuchte. Dabei wurden keine Hinweise auf gesundheitliche Vorteile von Süßstoffen gefunden. Auch für eine Gewichtsreduktion scheinen die Süßstoffe kaum zu helfen: Bei normalgewichtigen Erwachsenen ergaben sich für die Gruppen, die Süßstoff statt Zucker konsumierten, nur geringfügig verringerte Werte beim Body-Mass-Index (BMI) und dem Blutzuckerspiegel. Für übergewichtige Kinder und Erwachsene, die sich aktiv um eine Gewichtsabnahme bemühten, ermittelten die Forscher gar keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Gesundheitliche Risiken durch Süßstoffe

Bezogen auf das Thema Süßstoffe werden sehr unterschiedliche Meinungen und Annahmen vertreten: Süßstoffe verursachen Krebs, Heißhungerattacken und verändern den Stoffwechsel. Diese Thesen konnten durch Studien bisher nicht bewiesen werden. Allerdings können sie auch nicht ausgeschlossen werden. Um diese Fragen zu beantworten, sind vor allem längerfristige Untersuchungen nötig. Zum heutigen Zeitpunkt ist unklar, ob sich das Risiko für Diabetes, Krebs oder Herzkrankheiten durch das Umsteigen von Zucker auf Süßstoff ändert.

Handlungsempfehlungen

Klare Ernährungsempfehlungen zur Frage „Süßstoff oder Zucker?“ sind offenbar nicht möglich. Zumindest bis Ergebnisse größerer und länger andauernder Studien vorliegen. Das Ziel einer ausgewogenen Ernährung ist der Verzehr von möglichst natürlichen Lebensmitteln. Besteht Ihr Speiseplan aus ausreichend Gemüse und Obst, können Sie sich ab und zu etwas Zuckerhaltiges gönnen. Denn beim Verwenden von Süßstoffen können Sie in eine psychologische Falle tappen: Es wird häufig mehr gegessen, weil die Produkte vermeintlich kalorienarm sind. Durch den Verzehr größerer Menge werden im Endeffekt dann doch keine Kalorien gespart.

Quelle: https://www.bmj.com/content/364/bmj.k4718

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