Richtlinien für psychische Probleme bei Beschäftigten  

Laut DAK-Gesundheitsreport 2018 ist ein Anstieg von Arbeitsunfähigkeitsfällen aufgrund von psychischen Erkrankungen zu verzeichnen. Je 7 Fälle pro 100 Versicherte wurden für das Jahr 2017 ermittelt. Es gibt verschiedene Richtlinien für die Prävention und den Umgang sowie die Versorgung von psychischen Problemen am Arbeitsplatz. Für Arbeitgeber stellt sich die Frage, welche Richtlinie für psychische Probleme man heranziehen soll, um gute Empfehlungen und Handlungsanweisungen zu erhalten.

Studiendesign

Durch ein qualitatives Vorgehen wurden 20 englischsprachige Richtlinien aus der grauen Literatur anhand von Kriterien (Empfehlungen für das Individuum und die Organisation, die Minimierung der Risikofaktoren, die Förderung von positiven Faktoren, die Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention) bewertet. Ebenfalls wurden der Prozess der Entwicklung und die Qualität der Empfehlungen beurteilt.

Ergebnis

Sowohl inhaltlich als auch von der Verständlichkeit schnitt die Richtlinie Canadian Standard (Mental Health Commission of Canada) am besten ab. In der Richtlinie wird ein Konzept für die Entwicklung und Aufrechterhaltung eines psychisch gesunden Arbeitsplatzes vorgestellt. Anhand von 13 Faktoren (z.B. psychische und soziale Unterstützung) kann die eigene Situation am Arbeitsplatz reflektiert werden.

Schwierigkeiten der Richtlinien

Oftmals liegt der Fokus der Richtlinien auf der Erkennung und dem Umgang von psychischen Problemen statt auf der Prävention. Richtlinien, die Empfehlungen im Bereich der Prävention aussprechen, geben keine praktischen Werkzeuge (Tools) oder Hinweise zur Umsetzung. Insgesamt ist bei der Entwicklung von Richtlinien ein Mangel an Genauigkeit und fehlender Einbezug von verschiedenen Interessensgruppen festzustellen und obwohl Richtlinien Wege aufzeigen einen gesundheitsförderlichen Arbeitsplatz aufzubauen, ist die Akzeptanz bislang gering.

Fazit

Für Unternehmen stellt die psychische Gesundheit der Mitarbeiter ein wichtiges Gut dar, denn sie hat Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg. Psychische Probleme sollten deshalb Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements sein. Hierfür kann der Einbezug von Richtlinien, die in dieser Studie untersucht wurden, hilfreich sein.

 

Quelle:

DAK-Gesundheitsreport 2018

Memish, K., Martin, A., Bartlett, L., Dawkins, S., & Sanderson, K. (2017). Workplace mental health: An international review of guidelines. Preventive Medicine, 101, 213-222.

Mental Health Commission of Canada (2018). Psychological health and safety in the workplace-Prevention, promotion, and guidance to staged implementation

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/betriebliche-gesundheitsfoerderung/gesundheit-und-wohlbefinden-am-arbeitsplatz.html

, , ,
Vorheriger Beitrag
Fleischlose Ernährung und das Diabetesrisiko
Nächster Beitrag
Süßstoff anstatt Zucker – macht das wirklich Sinn?

Ähnliche Beiträge

Menü