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Gesundheitsrisiko Bewegungsmangel - Auswirkungen auf die Lebenserwartung und berufliche Leistungsfähigkeit

Melanie Linnenschmidt

Körperliche Inaktivität tötet jährlich weltweit fünf Millionen Menschen. Dies zeigt eine neue Studie von Lee et al. (1), die die Auswirkungen des Risikofaktors Bewegungsmangel auf die Gesundheit und Sterblichkeit untersucht hat. Somit sei etwa ein Zehntel aller Todesfälle auf körperliche Inaktivität zurückzuführen. Das Forscherteam ermittelte zudem, dass zehn Prozent der Brust- und Dickdarmkrebsfälle, sechs Prozent der Fälle von koronarer Herzkrankheit sowie sieben Prozent der Typ-2-Diabetes-Erkrankungen durch Bewegungsmangel verursacht werden. Laut der Autoren sei Bewegungsmangel mit der tödlichen Wirkung von Rauchen vergleichbar. Errechnet werden die Schätzungen mit den sogenannten „Bevölkerungsbezogenen beizumessenden Anteilen“ (englisch: population attributable fractions – PAFs). Die PAF wird als der Prävalenzanteil einer Erkrankung bezeichnet, der aufgrund einer bestimmten Exposition, hier Bewegungsmangel, verursacht wird.

Mindestmaß an körperlicher Anstrengung pro Woche

Welches Maß an körperlicher Aktivität notwendig ist, um den Risikofaktor Bewegungsmangel auszuschalten, wird von der World Health Organization (WHO) klar definiert. Sie empfiehlt eine körperliche Aktivität von mindestens 150 Minuten pro Woche bei moderater bzw. 75 Minuten bei intensiver Anstrengung. Dabei entfalten sich die gesundheitsförderlichen Effekte erst bei Bewegungseinheiten mit einer Mindestdauer von zehn Minuten. Bei moderater körperlicher Aktivität sind Puls- und Atemfrequenz erhöht, das Sprechen ist aber noch gut möglich. Intensive körperliche Aktivität ist dadurch gekennzeichnet, dass Atem- und Pulsfrequenz deutlich erhöht sind und das Sprechen nur noch schwer möglich ist. Zur Kräftigung der Muskeln sollten diese zudem mindestens zwei Mal pro Woche mit einer Kräftigungseinheit für jede Hauptmuskelgruppe mit jeweils 8-12 Wiederholungen trainiert werden, was ungefähr 30 Minuten Krafttraining pro Woche entspricht.

Deutliche Verlängerung der Lebenserwartung durch etwas anstrengende Bewegung

Dass körperliche Aktivität mit einer höheren Lebenserwartung einhergeht, zeigt auch eine neue Langzeitstudie. Laut Wen et al. (2) haben diejenigen, die im Durchschnitt 15 Minuten pro Tag mindestens etwas anstrengend körperlich aktiv sind, verglichen mit inaktiven Menschen ein um 14 Prozent reduziertes Sterblichkeitsrisiko und eine um drei Jahre verlängerte Lebenserwartung. Jede weitere 15-minütige Einheit pro Tag verringert das Sterblichkeitsrisiko um weitere vier Prozent und mindert das Krebsrisiko um ein Prozent. Weitere Studien zeigen, dass die lebensverlängernde Wirkung bei intensiver Anstrengung noch größer ist als bei moderat anstrengender körperlicher Aktivität (3). Trotz dieser eindeutigen gesundheitlichen und lebenszeitbezogenen Vorteile durch körperliche Aktivität, haben nach wie vor 80 Prozent der deutschen Bevölkerung laut WHO-Kriterien Bewegungsmangel (4).

Körperliche Aktivität erhöht die berufliche Leistungsfähigkeit

Auch in Bezug auf die individuelle berufliche Leistungsfähigkeit wird die Ressource körperliche Aktivität wenig genutzt, obwohl deren positive Auswirkungen auf die Gesundheit und somit Leistungsfähigkeit eindeutig bestätigt wurden (5).  Vor allem bei der kognitiven Leistungsfähigkeit zeigen sich auf molekularer und zellulärer Ebene sowohl kurzfristige als auch langfristige Effekte, die sich positiv in den Bereichen Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis bemerkbar machen. Aufgrund der demographischen Entwicklung ist körperliche Aktivität im Hinblick auf die individuelle Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern eine nicht zu unterschätzendende Ressource für langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte daher die Mitarbeiter zu einer langfristigen Steigerung ihrer körperlichen Aktivität bewegen und sie dabei nachhaltig unterstützen.

Quellen:

(1)     Lee, I. M. (2013). Effect of physical inactivity on major non-communicable diseases worldwide: an analysis of burden of disease and life expectancy. The Lancet, 380 (9838), 219–229.

(2)     Wen, C. P. et al. (2011). Minimum amount of physical activity for reduced mortality and extended life expectancy: a prospective cohort study. The Lancet, 378, 1244–53.

(3)     Christian Gruber (2013). Gesundheitsvorsorge: Ärzte streiten über Effekt von Walken und Joggen. Spiegel Online, Gesundheit vom 26.04.2013. Verfügbar unter http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/kalorienverbrauch-forscher-streiten-ueber-effekt-von-walken-und-joggen-a-896768.html

(4)     Krug, S. et al. (2013). Körperliche Aktivität. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsender in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsblatt, 56, 765–771

(5)     J. Ratey, J & Loehr, J. E. (2011). The positive impact of physical activity on cognition during adulthood: a review of underlying mechanisms, evidence, and recommendations. Reviews in the Neuroscience, 22(2), 171–185.