Der Trend um kohlenhydratarme und eiweißreiche Ernährung hält weiter an, auch wenn – wie in einem früheren Newsletter berichtet – diese Form der Ernährung das Risiko für Herzkreislauferkrankungen begünstigt. Ein internationales Forscherteam hat nun in der bisher umfangreichsten Meta-Analyse den Einfluss des Vollkornverzehrs auf die Gesundheit untersucht. Es zeigte sich, dass der Verzehr von Vollkorn das Risiko für die Haupterkrankungen in Industriegesellschaften senkt.

Senkung des Erkrankungsrisikos um bis zu 51%

Aune und ihre Kollegen untersuchten die Daten aus 45 ausgewählten Studien mit mehr als 700.000 Menschen und nahmen dabei vor allem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (inkl. koronare Herzkrankheit), Krebs, Sterblichkeit, Sterblichkeit durch Atemwegserkrankungen, Infektionserkrankungen, Diabetes in Abhängigkeit des Vollkornverzehrs unter die Lupe. Die Ergebnisse zeigen eindeutig positive Effekte auf die Gesundheit. Im Vergleich zu den Menschen, die gar kein Vollkorn essen, reduzierten diejenigen, die täglich 90g Vollkornprodukte am Tag aßen, ihr Risiko zu erkranken oder frühzeitig zu sterben.

Die Forscher konnten eine klare Dosis-Wirkung-Beziehung des Verzehrs von Vollkorn und einer Reduktion des Risikos ablesen. Das Risiko für die genannten Erkrankungen sowie den frühzeitigen Tod reduzierte sich bis zu einer Einnahme von 225g Vollkorn täglich.

Die hier untersuchte Portion von 90g Vollkorn entspricht beispielsweise zwei Scheiben Vollkornbrot plus einer Schüssel Vollkorncerealien.

Mikronährstoffe

Die Forscher erklären die Ergebnisse unter anderem damit, dass Vollkornprodukte sowohl die Blutfettwerte verbessern als auch den Blutdruck positiv beeinflussen. Zudem tragen sie dazu bei, dass man sich länger satt fühlt und daher weniger isst. Während Weißmehlprodukte nur aus dem Mehlkörper eines Korns gewonnen werden, sind bei Vollkornprodukten alle Bestandteile des Korns, einschließlich der Schale und des Keimlings mit verarbeitet. Sie enthalten wichtige Mikronährstoffe, wie z.B. Ballaststoffe, B-Vitamine, Vitamin E, Spurenelemente und Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Zink sowie Antioxidanten.

Wie erkennt man Vollkornprodukte?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) darf sich ein Produkt erst dann Vollkorn nennen, wenn es mindestens 90 Prozent Vollkornmehl oder –schrot enthält. Weder die Farbe noch der Anteil an Körnern als häufig zitierte Merkmale sind sichere Indizien für einen hohen Vollkornanteil. Sie empfiehlt, täglich drei oder mehr Portionen Vollkornprodukte zu verzehren (pro Portion 70-100g, pro Tag ca. 400g), um chronischen Erkrankungen vorzubeugen und somit langfristig gesund zu bleiben. Dabei kann neben dem Vollkornbrot auch auf Vollkornreis, Vollkornnudeln und Getreideflocken zurückgegriffen werden.

Leistungsfähigkeit steigern

Die Vorteile von Vollkorn liegen nicht nur in den langfristigen positiven Effekten, sondern auch in einer kurzfristigen Verbesserung der Leistungsfähigkeit. Die komplexeren und damit wesentlich langsamer für den Körper zu verarbeitenden Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten führen zu einem langsameren Anstieg und Abfall des Blutzuckers und damit auch des Insulinspiegels. Somit stellen sie dem Gehirn eine konstante Energiequelle für Verfügung.

Betriebliches Gesundheitsmanagement ganzheitlich planen

Für das Gesundheitsmanagement in Unternehmen bedeutet das, dass Ernährungsangebote wie beispielsweise in Kantinen in jedem Fall Vollkornprodukte in der Auswahl berücksichtigen sollten. Zur Veränderung einer Gesundheitskultur gehört auch die konsequente Ausgestaltung der unternehmerischen Ziele im Gesundheitsmanagement in den vorhanden Strukturen. Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte aufgrund der Bedeutung konsistenter Botschaften auch ein entsprechendes Kantinenkonzept entsprechend der Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sowie beispielsweise in Besprechungen Verpfelgungsangebote stets bewusst wählen. Schließlich spielt die Führungskraft in ihrer Vorbildfunktion natürlich eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer gesundheitswirksamen Unternehmenskultur.

 

Quellen:

(1)    BMJ: Aune et al. (2016)_Whole grain consumption and risk of cardiovascular disease

, ,
Vorheriger Beitrag
Gesundheitsmanagement als strategischer Prozess
Nächster Beitrag
Gesundheitsmanagement in den größten Unternehmen der USA

Ähnliche Beiträge

Menü