Wie weit Übergewicht in Deutschland verbreitet ist

Über 20 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland sind adipös. Weitere 67 % der Männer und 53 % der Frauen sind übergewichtig. Beide Aussagen sind sehr alarmierend. Die Definition von Übergewicht und Adipositas geschieht über den „Body-Mass-Index“ (BMI). Er setzt das Körpergewicht mit der Körpergröße ins Verhältnis. Ab einem BMI von 30 Kg/m² wird von Adipositas gesprochen. Ein BMI zwischen 25 und 30 steht für Übergewicht oder auch „Präadipositas“.

Letztendlich entscheidend für die gesundheitsgefährdende Wirkung des Übergewichts ist die Körperzusammensetzung. Es ist ein grundlegender Unterschied, ob sich das Gewicht durch Muskel- oder Fettmasse zusammensetzt. Zusätzlich ist auch der Ort, an dem der Körper sein Fett anlegt, entscheidend. Die Fettdepots des Bauchraums („stammbetonte Verteilung“) sind mit einem höheren Riskko für Komplikationen verbunden, als die an der Hüfte lagernden.

Gesundheitliche Risikofaktoren, die durch Adipositas bedingt werden, sind Diabetes mellitus Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Krebserkrankungen. Personen mit einem gesundheitsgefährdenden Körpergewicht sind deutlich häufiger krank, als Normalgewichtige und verzeichnen deshalb häufiger Fehltage. Ein arbeitsbezogener Produktivitätsverlust konnte in aktuellen Studien eindeutig mit Übergewicht und Adipositas in Verbindung gebracht werden.

 

Quellen:

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Mensink, G.; Schienkiewitz, A.; Haftenberger, M.; Lampert, T.; Ziese, T.; Scheidt-Nave, C. (2013). Übergewicht und Adipositas in Deutschland Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1).  Bundesgesundheitsblatt, 56, 786–794.

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