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Wie wirksam ist Betriebliches Eingliederungsmanagement?

Der Blog für Betriebliches Gesundheitsmanagement

Unser Blog bietet News rund um die Themen Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung.

Wie wirksam ist Betriebliches Eingliederungsmanagement?

Melanie Linnenschmidt

Welche Studien wurden untersucht?

Analysiert wurden 14 randomisierten Kontrollstudien mit insgesamt 12.568 Angestellten, die an Muskel-Skelett- oder geistigen Erkrankungen litten. Angestellte mussten mindestens 4 Wochen ununterbrochen krankheitsbedingt abwesend gewesen sein, um in die Studien mit einbezogen zu werden. Mögliche Effekte wurden nach 6 Monaten, 12 Monaten und länger als 12 Monaten gemessen. Die BEM-Programme mussten außerdem die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Ziel ist es, die Rückkehrzeit von Mitarbeitern ins Unternehmen bei langanhaltender Krankheit zu verringern
  • Der betroffene Angestellte und der BEM-Koordinator haben mindestens einmal Kontakt von Angesicht zu Angesicht
  • Das Programm führt zu einem maßgeschneiderten Wiedereingliederungsplan
  • Die Umsetzung des Plans wird durch den BEM-Koordinator organisiert

Welche Maßnahmen beinhalteten die untersuchten Programme?

Die untersuchten Programme umfassten Maßnahmen wie die Durchführung von Arbeitsunfähigkeitsuntersuchungen (systematische Beurteilungen von Behinderungen und Funktionen), die Ermittlung von Hindernissen für die Rückkehr zur Arbeit, die Umsetzung eines von einem interdisziplinären Team entwickelten, maßgeschneiderten sowie handlungsorientierten Rehabilitationsplans und den Einsatz eines Rehabilitationskoordinators. Außerdem wurden standardisierte Beratungsgespräche, ergonomische Lösungen sowie die Entwicklung eines auf den Einzelnen ausgerichteten Fallmanagementplans und das regelmäßige Stattfinden von Diskussionen der Beteiligten zum aktuellen Stand sowie das regelmäßige Treffen des Betroffenen und dem Betriebsarzt analysiert. Beachtet wurde in den Programmen der partizipative Ansatz, der jedem Teilnehmer den größtmöglichen Umfang in allen Aspekten der Entscheidungsfindung ermöglichen soll. Zu den Prozessbeteiligten gehörten in den meisten Fällen der betroffene Angestellte, Physio- und Psychotherapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter, Betriebsärzte, BEM-Koordinatoren im Unternehmen und/oder externe Coaches.

Welche Effekte wurden untersucht?

Untersucht wurden sowohl harte als auch weiche Kennzahlen. Dabei wurden Teilnehmer der BEM-Programme mit denjenigen Angestellten verglichen, die ebenfalls mindestens 4 Wochen ununterbrochen abwesend waren, jedoch nicht an einem BEM-Verfahren teilnahmen.

Harte Kennzahlen waren:

  • die Anzahl an Mitarbeitern, die nach Ihrer langen Abwesenheit wieder zur Arbeit zurückkehrten,
  • die Zeit, die die Angestellten bis zur Rückkehr benötigten,
  • die Tage der Abwesenheit aufgrund von Krankheit nach dem BEM Prozess und
  • die Anzahl an Mitarbeitern, die in Vollzeit zur Arbeit zurückkehrten

Weiche Kennzahlen waren von Mitarbeitern selbst berichtete Veränderungen:

  • das subjektive Schmerzempfinden,
  • die körperliche, soziale und geistige Funktionsfähigkeit und
  • subjektiv wahrgenommene Veränderungen in Bezug auf Depression und Angstzustände.

Welchen Effekt hatten die Programme?

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass keine Unterschiede zwischen den Angestellten mit und ohne Teilnahme am BEM-Programm festzustellen sind. Demnach hatten BEM-Programme sowohl nach 6 Monaten als auch nach 12 Monaten oder länger keine Effekte auf die oben genannten harten Kennzahlen. Auch bei der Selbsteinschätzung der Mitarbeiter in Bezug auf das subjektive Schmerzempfinden, die körperliche, soziale und geistige Funktionsfähigkeit sowie subjektiv wahrgenommene Veränderungen in Bezug auf Depression und Angstzustände zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern.

Fazit

Unternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement für Mitarbeiter anzubieten. Die Ergebnisse der Übersichtsarbeit zeigen jedoch, dass Betriebliches Eingliederungsmanagement in dieser Form völlig ungeeignet scheint, den Gesundheitszustand von Beschäftigten zu verbessern und damit den Krankenstand im Unternehmen zu senken. Unternehmen sollten ihre BEM-Prozesse hinsichtlich ihrer Wirksamkeit dringend überprüfen oder besser gleich evidenzbasierte Prozesse, Gespräche und Maßnahmen durchführen, die der Gesundheit der Mitarbeiter tatsächlich nützen.

Bewegungsmangel, Fehlernährung, eine mangelnde Stresskompetenz, Rauchen und ein hoher Alkoholkonsum sind Hauptrisikofaktoren für die individuelle Gesundheit und können durch einen gesunden Lebensstil vermieden werden. Die Befähigung von Mitarbeitern, ein solches Verhalten zu erlernen kann maßgeblich dazu beitragen, krankheitsbedingte Fehlzeiten zu reduzieren. Ein Gesundheitsdialog, der Mitarbeiter auch in einem BEM-Verfahren dabei unterstützt, diese Kompetenz zu erwerben, wäre daher ein wichtiger Schritt, um evidenzbasiert zu handeln.

 

Quellen:

(1)  Vogel N, Schandelmaier S, Zumbrunn T, Ebrahim S, de Boer WEL, Busse JW, Kunz R. Return-to-work coordination programmes for improving return to work in workers on sick leave. Cochrane Database of Systematic Reviews 2017, Issue 3. Art. No.: CD011618. DOI: 10.1002/14651858.CD011618.pub2