Wie langes Sitzen das Gesundheitsrisiko erhöht

„Sitzen ist das neue Rauchen!“ – immer häufiger hören wir diese Warnung. Ob im Auto zum Supermarkt um die Ecke, bei der Arbeit im Büro oder abends vor dem Fernseher. Mehr und mehr werden wir zu einer regelrechten „Sitz-Gesellschaft“. Doch was ist eigentlich zu viel? Britische Forscher der Queen’s University Belast und der Ulster University haben nun in einer Studie die Auswirkungen von lang anhaltender sitzender Tätigkeit untersucht. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Journal of Epidemiology and Community Health publiziert.

Das Studiendesign

Das Forscherteam um Leonie Heron wertete die Daten von früheren Kohortenstudien und britischen Gesundheitsumfragen aus, die den Einfluss von langem Sitzen auf einen vorzeitigen Tod und auf Krankheiten wie Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs analysierten. Die Untersuchung erstreckte sich von Anfang 2016 bis Anfang 2017. Als verlängertes Sitzen galt dabei der Zeitraum von mindestens sechs Stunden pro Tag. Vorherige Umfragen ergaben, dass 30 Prozent der Erwachsenen in Großbritannien täglich sechs Stunden und mehr sitzen.

Die Ergebnisse

Die Forscher fanden heraus, dass sich rund 12 Prozent der Todesfälle auf sitzendes Verhalten zurückführen lassen. Sie schätzten, dass fast 70.000 Todesfälle durch die Vermeidung von langem Sitzen in 2016 hätten verhindert werden können. In Bezug auf die untersuchten Krankheitsbilder zeigte sich, dass das lange Sitzen für 17 Prozent der Diabetes-Erkrankungen, für neun Prozent der Dickdarmkrebs-Fälle, für acht Prozent der Gebärmutterkrebs-Fälle, für 7,5 Prozent der Lungenkrebs-Fälle und für fünf Prozent der kardiovaskulären Erkrankungen ursächlich war.

Das Fazit

Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen den negativen gesundheitlichen Effekt durch zu langes Sitzen. Laut den Forschern sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob allein das Sitzen das Risiko für die genannten Krankheiten erhöht. Doch diese Studie zeigt einmal mehr, dass Bewegungsmangel ein wichtiger Risikofaktor ist, den Unternehmen in ihrem Gesundheitsmanagement weitestgehend unterschätzen. Arbeitgeber profitieren davon, ihre Mitarbeiter zu befähigen, in der Freizeit körperlich aktiver zu werden.

 

Quelle: https://jech.bmj.com/content/jech/early/2019/03/28/jech-2018-211758.full.pdf

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