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Die wahren Tücken des Alkohols

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Die wahren Tücken des Alkohols

Melanie Linnenschmidt

Die Empfehlungen für einen gesunden Alkoholkonsum variieren stark zwischen Ländern, Kulturen und Organisationen. Es gibt keine einheitlichen Angaben darüber, ab welcher Menge ein Konsum von Alkohol tatsächlich schädlich auf den menschlichen Organismus wirkt. Dass ein zu hoher Alkoholkonsum schädliche Wirkungen hat, konnte bereits mehrfach nachgewiesen werden. Bekannte Folgen eines erhöhten Alkoholkonsums sind Herz-Kreislauferkrankungen, Lebererkrankungen und ein erhöhtes Risiko für verschiedene Krebsarten. Offen blieb allerdings lange die Frage, ab welcher Menge die schädlichen Auswirkungen von Alkohol tatsächlich beginnen. Im April diesen Jahres erschien ein Artikel in der Fachzeitschrift „The Lancet“, der dieser Fragestellung auf den Grund ging.

Das Studiendesign

Die Autoren der groß angelegten Studie untersuchten 600.000 Probanden aus 19 Ländern mit einem hohen pro Kopf Einkommen. Ausgeschlossen waren Personen mit Herzkrankheiten und Diabetes in ihrer bisherigen Lebensgeschichte. Die Probanden wurden je nach Alkoholkonsum in Gramm in acht Einheiten einer Standardskala unterteilt. Der Konsum variiertezwischen 100g pro Woche bis hin zu >350g pro Woche. Die von den Autoren untersuchte Einheit war die verringerte Lebenserwartung durch Alkoholkonsum ermittelt durch die Anzahl der Jahre, die von der maximalen Lebenserwartung abweichen.

Ergebnisse

Die wichtigste Erkenntnis der Studie war, dass der Grenzwert für einen risikoarmen Alkoholkonsum bei 100g pro Woche liegt. Das entspricht etwa 2,5 Litern Bier oder etwa einem Liter Wein. Wird dieser Wert dauerhaft überschritten, sinkt die Lebenserwartung und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Bei einem Konsum von mehr als 350g pro Woche verringert sich die Lebenserwartung sogar durchschnittlich um 4-5 Jahre und um 6 Monate, wenn zwischen 100 und 200g Alkohol konsumiert wurde. Zwischen Abstinenz und einem Konsum von 100g Alkohol in der Woche konnte kein signifikanter Unterschied gefunden werden. Ein geringer Alkoholkonsum hat den Autoren zu Folge also weder positive noch schädlichen Auswirkungen,

Fazit

Der Grenzwert, den Wood et al. in der groß angelegten Studie ermittelten, übersteigt teilweise die gängigen deutschen Empfehlungen zum Alkoholkonsum. Auch die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist im Vergleich zu den Ergebnissen zu hoch angesetzt. Die DGE empfiehlt einen Alkoholkonsum von täglich 20g Alkohol für Männer und 10g für Frauen. Mit einem Grenzwert von 140g Alkohol pro Woche für Männer wird der von Wood et al. ermittelte Grenzwert für Alkohol überschritten. Die Ergebnisse der Studie helfen, eine einheitliche Richtlinie für den Konsum von Alkohol zu finden, keinesfalls kommt das Ergebnis der Studie mit der Empfehlung zugleich, regelmäßig kleine Mengen an Alkohol zu konsumieren.

Den ganzen Artikel zum Nachlesen finden Sie hier.

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Quelle: Wood et al. 2018. Risk thresholds of alcohol consumption: combined analysis of individual-participant data for 599 912 current drinkers in 83 prospective studies. The Lancet. Volume 391, No. 10129.