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Lost in Translation: Präsentismus

In Deutschland wird der Begriff Präsentismus als das Verhalten von Arbeitnehmern, die zur Arbeit gehen, obwohl ärztlicherseits eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden würde, verbreitet. Allerdings ist der aus den USA stammende Begriff in Deutschland unvollständig übertragen worden, denn unter "presenteeism" versteht man Produktivitätsverluste, die durch einen nicht optimalen Gesundheitszustand verursacht werden. Mitarbeiter, die erkrankt zur Arbeit gehen, sind also lediglich ein geringfügiger Teil derjenigen mit gesundheitsbedingter Einschränkung der beruflichen Leistungsfähigkeit. Es geht folglich vor allem darum, dass z. B. bereits bei Mitarbeitern mit Übergewicht monetär messbare Produktivitätsreserven bestehen, die zu erschließen sind. In einer kürzlich erschienenen Studie (Finkelstein, E. A. et al.: The cost of obesity in the workplace [2010]) sind die finanziellen Belastungen von Übergewicht am Arbeitsplatz erfasst worden.

Ergebnis: Die jährlichen Kosten von medizinischen Ausgaben, Absentismus und Präsentismus in Bezug auf Adipositas liegen bei Männern und Frauen zwischen $1143 (leicht adipös) und $6694 (stark adipös). 62 Prozent der Summe bei den stark Adipösen entfällt auf die übergewichtsbedingte, verringerte berufliche Leistungsfähigkeit. Fasst man den durch Präsentismus verursachten Produktionsverlust durch übergewichtige und adipöse Personen zusammen, liegt dieser durchschnittlich bei Männern bei $1160 und bei Frauen bei $1380.

Ausgehend von dieser Studie hat padoc® für Sie eine Rechenformel aufgestellt, mit der sie ermitteln können, wie hoch der durch Präsentismus verursachte Produktionsverlust aufgrund von Übergewicht und Adipositas in Ihrem Unternehmen ist. Die nummerischen Angaben 0.45 und 0.60 beziehen sich auf die aktuellen Ergebnisse einer Untersuchung des Robert Koch Instituts, die gezeigt hat, dass 45 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer in Deutschland übergewichtig oder adipös sind.

Hier die Formel:
(Anzahl der weiblichen Mitarbeiter) x (0.45) x 1046= Produktionsverlust durch Präsentismus (€)

(Anzahl der männlichen Mitarbeiter) x (0.60) x 880 = Produktionsverlust durch Präsentismus (€)

Berechnung des Produktionsverlustes:
Bitte geben Sie hierzu bittte jeweils die Anzahl der weiblichen und männlichen Mitarbeiter ein.
Anzahl der weiblichen Mitarbeiter:
Anzahl der männlichen Mitarbeiter:

Produktionsverlust durch Präsentismus der weiblichen Mitarbeiter:
0,00 Euro
Produktionsverlust durch Präsentismus der männlichen Mitarbeiter:
0,00 Euro

Eine andere Studie

Eine andere Studie Burton, (W. N., Chen, C., Conti, D.J., Schultz, A.B & Edington, D.W.: The association between health risk change and presenteeism change [2006])., die mehrere Gesundheitsrisiken untersucht hat, kam zu dem Ergebnis, dass positive und negative Veränderungen von Gesundheitsrisiken parallel mit Veränderungen von Präsentismus einhergehen, und dass bei der Verringerung eines Gesundheitsrisikos bei einem Mitarbeiter der Produktionsverlust im Durchschnitt um $950 reduziert wird.

Um auf die deutsche Verwendung des Begriffes Präsentismus zurückzukommen: Auch in den USA gibt es das Phänomen, dass Menschen zur Arbeit gehen, obwohl sie sich krank fühlen und eigentlich zuhause bleiben sollten. Hier spricht man allerdings vom "sickness presenteesim", der jedoch, wie dargestellt, lediglich eine geringfügige ökonomische Relevanz hat.

padoc® empfiehlt daher den Unternehmern nicht nur auf Fehlzeiten zu achten, wenn man gesundheitsbedingte Produktionsverluste errechnen möchte, sondern vor allem Maßnahmen zu ergreifen, um die bedeutsameren Leistungseinbußen der anwesenden Mitarbeiter zu reduzieren.

Gern senden wir Ihnen die Originalstudien auch als PDF-Datei zu. Melden Sie sich hierfür telefonisch unter 040-61199990 oder senden Sie uns eine E-Mail an: mail@padoc.de

Quellen:
Finkelstein, E. A. et al. (2010). The cost of obesity in the workplace.  Journal of Occupational and Environ-mental Medicine, 52(10), 971-976.

Burton, W. N., Chen, C., Conti, D.J., Schultz, A.B & Edington, D.W. (2006). The association between health risk change and presenteeism change. Journal of Occupational and Environmental Medicine, 48(3), 252-263.

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