Nahrungsergänzungsmittel gefährden die Gesundheit
Der Markt mit den Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) wächst stetig, doch bleiben nachweisliche Verbesserungen für die Gesundheit der Bevölkerung aus. Wissenschaftler aus Taiwan (Wen-Bin Chiou, 2011) untersuchten in einem Experiment die Wirkung der Einnahme von NEM auf das Gesundheitsverhalten von insgesamt 150 Personen. Die Hälfte der Teilnehmer erhielt eine Placebo-Vitamintablette, die andere Hälfte diente als Kontrollgruppe und bekam deshalb keinerlei NEM. Diese Studie weist nach, dass NEM häufig zu einem Gefühl der Unverwundbarkeit bei Personen führen, welches letztendlich gesunde Verhaltensmuster hemmt und ungesundes Verhalten fördern kann. Über die Gefahr von NEM wurde kürzlich auch in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (12. November 2011) berichtet. Hecker & Meutgens sprechen von einem Milliardenmarkt, weil ein Drittel der Bundesbürger zu NEM greift. Horst Pagel von der Universität zu Lübeck äußert in diesem Beitrag, dass NEM nicht das halten, was sie versprechen, sie seien teuer und zudem unberechenbar. Zum einen kann der Einsatz der NEM bei sportlichem Erfolg die Dopingmentalität begünstigen. Zum anderen sind die Inhalte der NEM nicht ausreichend erforscht, sodass es bei einer Überdosierung zu ungewollten Nebenwirkungen kommen kann: Langfristiger Einsatz von Mineral- und Spurenelementen kann Knochenbrüchigkeit begünstigen und das Risiko für Herzinfarkt oder die Bildung von Nierensteinen steigern. Eine Überdosis von Vitamin C kann darüber hinaus krebserzeugend wirken, so Hecker & Meutgens. Gefahren, die durch die Einnahme von NEM sowie durch den Konsum alltäglicher Lebensmittel entstehen können, decken Organisationen wie foodwatch auf. Das foodwatch-Team macht zurzeit mit einer Kampagne auf becel pro.activ von Unilever aufmerksam. Laut Unilever soll mit dieser Margarine durch „hochwirksame Pflanzensterine“ der Cholesterinspiegel gesenkt werden. Das ist auch der Fall, jedoch werden den Konsumenten Hinweise verschwiegen, die darauf hindeuten, dass becel pro.aktiv bedenkliche Nebenwirkungen haben kann, die es weiterhin zu erforschen gilt. Diese Nebenwirkungen können Ablagerungen in den Gefäßen und damit ein erhöhtes Risiko für koronare Herzkrankheiten verursachen. Damit würde die Margarine genau das verursachen, was sie angeblich verhindert.padoc® vermittelt im Rahmen von Seminaren und Coachings ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse für eine gezielte, wissenschaftlich fundierte und unabhängige Beratung. So gelingt eine nachhaltig erfolgreiche Veränderung des individuellen Ernährungsverhaltens ohne Mythen und Diäten.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung. Teurer Urin. 12.11.2011, Nr. 264, S.32.
Foodwatch (2011), Zugriff am 14.12.2011 unter http://www.foodwatch.de/presse/pressearchiv/2011/abgespeistde_becel/index_ger.html
Chiuo, W. et Al. (2011). Ironic Effects of Dietary Supplementation: Illusionary Invulnerability Created by Taking Dietary Supplements Licenses Health-Risk Behaviours. Psychological Science, 22 (8), 1081-1086.






