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Glossar: Begriffserklärungen zu Ernährung, Bewegung und Krankheiten

Aufwärmen
Das Aufwärmen vor Training und Wettkampf dient der Herstellung einer optimalen körperlich-geistigen Verfassung für die bevorstehende Leistung. Dem allgemeinen Aufwärmen (z.B. langsames Laufen) schießt sich das für die jeweilige Sportart erforderliche spezielle Aufwärmen (z.B. Dehnung der Muskulatur) an. Die Aufwärmprogramme sind in den Sportarten sehr unterschiedlich und reichen von kurzzeitigem Lockern und Dehnen bei Walkern bis langem Vorbereiten bei Sprintern.
 
Bandscheibe / Bandscheibenvorfall
Die Bandscheiben sind aus Kern und Ring aufgebaute verformbare Scheiben zwischen den Wirbelkörpern, die Druck- und Zugspannungen abfangen. Die Bandscheiben machen ein Viertel der Gesamtlänge der Wirbelsäule aus. Durch Belastung und Wasserverlust verlieren sie an Höhe, wodurch die Körpergröße um 2-3 cm abnehmen kann. Bei einem Bandscheibenvorfall verlagert sich der Bandscheibenkern in der Regel nach hinten und drückt auf die Nervenfasern im Wirbelsäulenkanal.

Bluthochdruck
Bluthochdruck ist definiert als eine dauernde Erhöhung des Blutdrucks im arteriellen System von > 140 mm Hg systolisch oder > 90 mm Hg diastolisch und begünstigt die Entstehung von zum Beispiel Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Behandlung umfasst primär nicht-medikamentöse Maßnahmen: körperliche Aktivität (vor allem ausdauerorientiertes Training), Gewichtsnormalisierung, Kochsalzrestriktion, Nikotinverzicht, Entspannungstraining.
 
Cholesterin
Cholesterin kommt in allen tierischen und menschlichen Zellen vor und ist Grundstoff von Hormonen und Gallensäuren. Transportiert wir es durch Trägereiweiße (Lipoproteine), bei denen unter anderem "low density lipoproteine" (LDL) und "high density lipoproteine" (HDL) unterschieden werden. LDL bringen das Cholesterin zu den Zellen und können in zu hoher Konzentration die Blutgefäße schädigen, HDL wirken schützend, indem sie das Cholesterin zur Leber transportieren. Durch körperliche Aktivität kann der HDL-Wert erhöht werden.
 
Diabetes mellitus (Typ-2-Diabetes)
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung mit erhöhtem Blutzuckerspiegel. 90 % aller Diabetiker sind übergewichtig. Die damit verbundene bewegungsarme Lebensweise erhöht das Risiko an Diabetes zu erkranken. Basisbehandlung ist demnach eine angepasste Ernährung und vermehrte körperliche Aktivität.
 
Eiweiße, Proteine
Eiweiße, deren Bausteine Aminosäuren sind, zählen neben Kohlenhydraten und Fetten zu den Grundnährstoffen. Empfohlen wird eine Zufuhr von 0,8 g pro Kilogramm Körpergewicht, wobei die tatsächliche Eiweißaufnahme bei 1-1,4 g liegt. Dieser Überschuss ist bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr gesundheitlich unbedenklich.
 
Ergometer
Ergometer werden zu Belastungsuntersuchungen und zum Ausdauertraining verwendet. Am häufigsten sind Fahrradergometer oder Laufbänder im Einsatz. Zur Diagnostik werden bei stufenförmig ansteigender Intensität Herzfrequenz und Belastungs-EKG kontinuierlich registriert. Als Trainingsgerät besitzen Ergometer den Vorteil der genauen Trainingssteuerung, der Witterungsunabhängigkeit und der Möglichkeit zu gleichzeitig anderen Aktivitäten (Musik hören, Fernsehen, Lesen)
 
Ernährung
Die Ernährung spielt für die Gesundheit eine wichtige Rolle. Der Körper benötigt neben einer ausreichenden Energiezufuhr, Vitamine und Mineralstoffe. Anzustreben ist eine vollwertige Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
 
Fitness
Fitness ist der Zustand einer im psychischen und/oder physischen Bereich guten Leistungsbereitschaft für eine spezifische Aufgabe.
 
Herzinfarkt
Der Herzinfarkt bedeutet Untergang von Herzmuskelzellen aufgrund einer Durchblutungsstörung in den Herzkranzgefäßen. Zu den Risikofaktoren zählen Bewegungsmangel, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen. Gleichzeitig stellen Sport und Bewegungstherapie (Herzsportgruppen) eine wichtige Maßnahme im Rahmen der Prävention beziehungsweise Rehabilitation.
 
Immunsystem
Das Immunsystem, bestehend aus Zellen, Geweben und Organen hat die Aufgabe, körperfremde Substanzen abzuwehren. Günstig beeinflussen lässt sich das Immunsystem durch eine gezielte Ernährung, ausreichende Bewegung, Reduktion von Übergewicht und Nichtrauchen.
 
Ischias
Von der Kreuzbeingegend ausgehende, bis teilweise in den Fuß ausstrahlende Schmerzen im Versorgungsgebiet des Nervus ischiadicus. Behandelt wird konservativ unter anderem mit Schmerzmitteln und Wärme.
 
Kohlenhydrate
Kohlenhydrate sollten einen Anteil von 50-60 % an der täglichen Energiezufuhr haben. Unterschieden werden Einfachzucker und aus zwei oder mehr Einfachzuckern zusammengesetzte Kohlenhydrate. Für die Nahrungsaufnahme empfehlenswert sind vor allem die Mehrfachzucker und ballaststoffhaltige Lebensmittel (Getreideerzeugnisse, Kartoffeln, Obst, Gemüse), da diese reich an lebensnotwendigen Vitaminen und Mineralstoffen sind.
 
Kalorie
Maßeinheit für Energie, die mit der Ernährung aufgenommen oder durch körperliche Aktivität verbraucht wird.
 
Kalorienverbrauch
Der Umfang an körperlichen Aktivitäten kann in Verbrauch an Kalorien gemessen werden. Ab ca. 1.000 Kilokalorien (kcal) pro Woche werden gesundheitliche Effekte erzielt, wobei die Summe aller genutzten Bewegungschancen von 8-10 Minuten Dauer zählen. Übergewicht entsteht durch ein Missverhältnis zwischen Kalorienzufuhr und -verbrauch. 1 kg Körperfett entspricht etwa 7.000 Kilokalorien. Eine sinnvolle Gewichtsreduktion erreicht man durch eine Einsparung von zum Beispiel täglich 250 kcal bei der Nahrungsaufnahme und durch 250 kcal zusätzliche körperliche Aktivitäten. So verliert man pro Monat 2 kg Körperfett.
 
Kopfschmerz
Kopfschmerzen sind nach den Rückenschmerzen das zweithäufigste Schmerzsyndrom. Der größte Teil entsteht durch psychische Belastungen. Dauerhafte oder wiederkehrende Kopfschmerzen sind durch ärztliche Untersuchungen abzuklären.
 
Muskelkater
Muskelkater entsteht 1-3 Tage nach einer ungewohnt intensiven, längeren körperlichen Belastung. Lange Zeit wurde angenommen, dass Ursache eine vermehrte Laktatproduktion ist. Heute ist gesichert, dass die Schmerzen durch Mikroverletzungen in Muskulatur und Bindegewebe entstehen und nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Behandlungsmöglichkeiten: warme Bäder, Sauna.
 
Rückenschmerz
Die "Volkskrankheit Rückenschmerz" führt die Beschwerde- und Arbeitsunfähigkeits-Statistiken an. Rückenschmerzen betreffen also sehr viele, sind aber meistens kein Problem, da sie überwiegend nach kurzer Zeit von alleine wieder verschwinden. Die Schmerzen verbessern sich, wenn man so weit wie möglich körperlich aktiv bleibt.
 
Schlaganfall
Der Schlaganfall ist eine meist plötzlich einsetzende Hirnschädigung durch eine Blutung in das Gehirn oder einen Gefäßverschluss. Wird der Schlaganfall überlebt, entsteht häufig zeitweise oder auf Dauer eine Halbseitenlähmung. Durch eine spezifische Bewegungstherapie wird versucht, motorische Defizite zu verbessern. Prävention durch ausreichende körperliche Aktivität, gesundheitsbewusste Ernährung und Nichtrauchen.
 
Stoffwechsel
Oberbegriff für alle im Körper stattfindenden biochemischen Reaktionen, die dem Aufbau, Umbau und Abbau von Stoffen dienen und dafür sorgen, dass die Körpersubstanz erhalten bleibt und der Organismus seine Funktionen erfüllen kann.
 
Übergewicht
Übergewicht entsteht durch ein Missverhältnis zwischen Energiezufuhr und -verbrauch und ist wichtiger Risikofaktor für die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Maßstab für die Beurteilung ist der Body-Mass-Index (Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körperlänge in Metern). Empfohlen wird ein Wert zwischen 20-25. Ab 25 beginnt die Übergewichtigkeit, ab 30 spricht man von therapiebedürftiger Fettleibigkeit.

Vitamine
Vitamine sind für den Menschen unentbehrlich und erfüllen eine Vielzahl von Funktionen. Fettlösliche Vitamine (E, D, K und A) werden vom Körper gespeichert und können bei einer Überdosierung Vergiftungserscheinungen auslösen, während die überschüssigen Mengen an wasserlöslichen Vitaminen über den Harn ausgeschieden werden. Um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen, werden fünf Portionen Obst und Gemüse verzehren. Vitaminpräparate sind kein Ersatz.

Quellen:
1. Wildor Hollmann (Hrsg.): Lexikon der Sportmedizin, Johann Ambrosius Barth Verlag 1995
2. Lexikonredaktion des Verlags F.A. Brockhaus (Hrsg.): Der Brockhaus Ernährung. F.A. Brockhaus 2001
3. Peter Reuter (Hrsg.): Springer Lexikon Medizin, Springer-Verlag 2004

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