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NL17/01 - Artikel 3

Evidenzbasiertes Betriebliches Gesundheitsmanagement (EbBGM) beschäftigt sich mit der Frage, wie die Effektivität und die Effizienz von Gesundheitsmaßnahmen erhöht werden kann. Hier beispielhaft vier gesundheitliche Fehlinvestitionen von Unternehmen.

Maßnahmenauswahl im BGM

Oft aus dem Bauch heraus statt professionell und evidenzbasiert

 


Evidenzbasiertes betriebliches Gesundheitsmanagement (EbBGM) beschäftigt sich mit der Frage, wie die Effektivität und die Effizienz von Gesundheitsmaßnahmen erhöht werden kann. Ziel ist, dass in Unternehmen nur Interventionen zum Einsatz kommen, die in empirischen Studien den Nachweis erbracht haben wirksam zu sein. Unwirksame oder schädliche Maßnahmen sollen aus dem Portfolio des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) entfernt werden. Unternehmen, die ihr Budget sinnvoll anlegen wollen, müssen demnach das BGM neu ausrichten – und zwar evidenzbasierter (Pfaff und Huber, 2016). Beispielhaft vier gesundheitliche Fehlinvestitionen von Unternehmen:

Metabolic-Balance:

Die Verbraucherzentrale Bayern sieht diese Methode sehr kritisch und rät von einer Teilnahme ab. „Bislang gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Existenz bestimmter Stoffwechsel-Typen und Rückschlüsse auf die Ernährung. Nach welchen Kriterien die Lebensmittel für jeden einzelnen Patienten ausgesucht werden, ist ebenso wenig nachvollziehbar wie die hohen Preise.“ Öko-Test schreibt: „Die zugrunde liegende Theorie ist wissenschaftlich nicht haltbar. Es gibt keine Belege dafür, dass aus einer Blutuntersuchung geschlussfolgert werden kann, dass zum Beispiel nur Hüttenkäse und Mozzarella, aber keine anderen Käsesorten gegessen werden dürfen, um einen gut funktionierenden Stoffwechsel zu erreichen.“.

Schrittzähler:

Die Cochrane Library umfasst Datenbanken mit qualitativ-hochwertiger, unabhängiger Evidenz um informierte Entscheidungen zu treffen. Es ist ein globales unabhängiges Netzwerk mit über 37.000 Menschen aus über 130 Ländern, das verlässliche und zugängliche Gesundheitsinformationen erstellt. Die Ergebnisse der Arbeit von Cochrane werden international als Goldstandard für hohe Qualität und vertrauenswürdige Information angesehen. Rosanne LA Freak-Poli, Melbourne und Kolleginnen führten für die Cochrane Database of Systematic Reviews eine Literaturrecherche durch und untersuchten 3.282 Veröffentlichungen („Workplace pedometer interventions for increasing physical activity“). „Wir kommen zu dem Schluss, dass es keine ausreichende Evidenz dafür gibt, dass Schrittzähler-Interventionen am Arbeitsplatz einen Nutzen haben.“

Rückenschulen:

Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz, Oktober 2015: „Der Besuch von Rückenschulen kann nur empfohlen werden, sofern diese dem biopsychosozialen Ansatz folgen, an modernen Konzepten wie z. B. Angst-Vermeidung („fear-avoidance“) und funktionelle Rekonstruktion („functional restoration“) orientiert sind, und nicht mit den klassischen „richtig-falsch“-Dichotomien arbeiten. Es gibt (lediglich) begrenzte Evidenz für ergonomische Maßnahmen als primärpräventiven Ansatz.“

Check-up-Untersuchungen:

Die WirtschaftsWoche betitelt einen Artikel über Check-up-Untersuchungen mit: „Das Abzockgeschäft mit der Gesundheit von Managern“. Eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse von aussagekräftigen Studien mit über 180.000 Teilnehmern im berufstätigen Alter, die über einen Zeitraum von bis zu 22 Jahren nachverfolgt wurden, zeigt, dass es keinen Nutzen von derartigen Gesundheitsuntersuchungen gibt. Da sie weder vor Erkrankungen schützen, noch das Leben verlängern, werden sie als wirkungslos hinsichtlich der Verbesserung von Gesundheit bewertet. Zudem lösen sie oft Fehlalarme durch Überdiagnosen (Behandlung von gesundheitlich unbedeutenden Auffälligkeiten) sowie Fehl- und Verdachtsdiagnosen aus, die den Untersuchten verunsichern und somit unnötig psychischen Druck erzeugen. Geschäftliche Interessen der Anbieter bzw. das mangelnde Know-how mancher Ärzte treffen auf Entscheider in Unternehmen, die sich nicht an wissenschaftlichen Forschungsergebnissen orientieren. Emotionen und Modetrends treten hier an die Stelle von evidenzbasiertem Gesundheitsmanagement.

Fazit:

Die beispielhaften Maßnahmen können lediglich als Incentive oder „Goodie“ für Führungskräfte und Mitarbeiter eingesetzt werden, wobei gegenteilige Wirkungen möglich sind. Die Gesundheit von Beschäftigen wird damit jedoch nicht nachhaltig verbessert.


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Quellen:

1) Pfaff H. und Huber M., - Praxis braucht Wissenschaft, (2016) in personalmagazin 04/2016

2) Verbraucherzentrale Bayern - Gesünder und schlanker mit dem persönlichen Stoffwechselprogramm, (2007) online verfügbar hier.

3) Öko-test online - Metabolic Balance, (2012) online verfügbar hier.

4) Freak-Poli, RL., Cumpston M., Peeters A. Clemes SA. - Workplace pedometer interventions for increasing activity, (2013)

5) Nationale VersorgungsLeitlinie Kreuzschmerz, (2015) online verfügbar hier.

6) WirtschaftsWoche online - Das Abzockgeschäft mit der Gesundheit von Managern (2013) online verfügbar hier.

7) Lümkemann D., - Nützen Manager Check-ups? (2014) in personalmagazin 11/14 online verfügbar hier.

8) Lümkemann D.,  - Manager-Check-ups im Betrieblichen Gesundheitsmanagement: Hohe Kosten - Geringer Nutzen (2011) online verfügbar hier.