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NL16/02 - Artikel 1

Der chronische, unspezifische Rückenschmerz ist in Deutschland nach wie vor die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Nicht nur für die Patienten selbst, sondern auch für Unternehmen ist eine wirksame Behandlung des häufig muskulärbedingten unspezifischen Rückenschmerzes daher von großer Bedeutung. Eine neue Studie hat verschiedene Therapieformen unter die Lupe genommen und deren Wirksamkeitsnachweis verglichen. 

Bewegung als Therapie

 


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Der chronische, unspezifische Rückenschmerz ist in Deutschland nach wie vor die häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit. Nicht nur für die Patienten selbst, sondern auch für Unternehmen ist eine wirksame Behandlung des häufig muskulärbedingten unspezifischen Rückenschmerzes daher von großer Bedeutung. Eine neue Studie hat verschiedene Therapieformen unter die Lupe genommen und deren Wirksamkeitsnachweis verglichen (1).

Studie zur Evidenz der Wirksamkeit

Mittels systematischer Literaturrecherche wurden aktuelle, randomisierte klinische Studien, Reviews und Metaanalysen qualitativ gefiltert. Von den insgesamt 4657 identifizierten Publikationen wurden 85 Studien in die Bewertung aufgenommen. Bei der Auswahl der Therapieoptionen orientierten sich die Autoren an der Nationalen Versorgungsleitlinie zum Kreuzschmerz (2). Zu den dort mit unterschiedlich hohem Empfehlungsgrad empfohlenen Therapieformen zählen Akupunktur, Bettruhe, Bewegung und Bewegungstherapie, transkutane elektronische Nervenstimulation (TENS), Lasertherapie, Massage, Orthesen, Injektionen, Rückenschule, Thermotherapie, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), Opioide und Antidepressiva. Als Parameter der Therapieeffekte wurden Schmerzintensität, rückenspezifische und funktionelle Fragebögen sowie die Beendigung der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt.

Bewegung als einzige Therapieform langfristig wirksam

Beim unspezifischen chronischen Rückenschmerz zeigen nur sehr wenige der in der Leitlinie empfohlenen konservativen Therapien eine starke Evidenz, also einen Beweis für die Wirksamkeit. Für die Linderung akuter Schmerzen und das Herstellen der Alltagsfunktionalität, helfen nachweislich NSAR, Opiode, Thermotherapie und Injektionstherapien. Langfristig und in Bezug auf chronische unspezifische Rückenschmerzen kann bisher jedoch allein die Bewegung und gezielte Bewegungstherapie einen evidenten Behandlungserfolg nachweisen. Welche Bewegungsübungen besonders wirksam sind, bleibt zunächst noch ungeklärt. Eine evidente Wirksamkeit wird jedoch der Kräftigung der Rumpfmuskulatur zugesprochen (1).

Passive Maßnahmen unwirksam

Passive Behandlungsmethoden wie die transkutane elektronische Nervenstimulation, Magnetfeldtherapie, Bettruhe, Massagen, Orthesen und die Behandlung mit Antidepressiva zeigen keinen Nachweis einer Wirksamkeit bei unspezifischem chronischen Rückenschmerz und sind daher nicht zu empfehlen. Insbesondere bei der Bettruhe sprechen die Ergebnisse eindeutig gegen eine Wirksamkeit. Es zeigt sich sogar eine Verschlechterung der Beschwerden und Alltagsfunktionalität durch Bettruhe.

Bewegungsmangel und psychische Risikofaktoren präventiv reduzieren

Die Autoren berichten, dass nicht nur bei der Behandlung, sondern auch bei der Prävention einzig Bewegung und Bewegungstherapie eine evidente Wirksamkeit zeigen (1). Soll der am häufigsten auftretenden Ursache für Arbeitsunfähigkeit entgegengewirkt werden, ist der Unterstützung der Mitarbeiter in Unternehmen im Erhalt oder Aufbau eines körperlich aktiven Lebensstils damit die höchste Priorität einzuräumen. Passive Angebote wie beispielsweise Massagen am Arbeitsplatz steigern zwar die Arbeitgeberattraktivität, sind als Maßnahme zur Reduktion des Rückenschmerzes jedoch vollkommen wirkungslos.

Wie eine andere Studie zeigt, spielt zudem nicht nur die körperliche Aktivtät in der Prävention des chronischen Rückenschmerzes eine bedeutende Rolle. Auch für kognitiv-psychoemotionale sowie andere verhaltensbezogene Merkmale, die den chronischen unspezifischen Rückenschmerz begünstigen, liegt eine starke Evidenz vor (3). Dazu zählen insbesondere schmerzbezogene Kognitionen wie z.B. das Katastrophisieren, eine Hilf- und Hoffnungslosigkeit, Angst- und Vermeidungsverhalten sowie passives Schmerzverhalten (ausgeprägtes Schonungs- und Vermeidungsverhalten) und Depressivität. Neben der Steigerung der körperlichen Aktivität sollte jeder Einzelne im Unternehmen befähigt werden seine mentale Stresskompetenz zu verbessern.



Quellen:

(1)     J. Bredow · K. Bloess · J. Oppermann · C. K. Boese · L. Löhrer · P. Eysel (2016). Konservative Therapie beim unspezifischen, chronischen Kreuzschmerz. Evidenz der Wirksamkeit – eine systematische Literaturanalyse. Orthopäde, 45, 573–578.

(2)     Kreuzschmerz. Patientenleitlinie zur Nationalen Versorgungsleitlinie 2013.

(3)     Airaksinen o. et al. (2006). European guidelines for the management of chronic nonspecific low back pain. Eur Spine, Supplement 2, 192 – 300.