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NL14/02 – Artikel 1

Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei kohlenhydratarmer und eiweißreicher Ernährung 

Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei kohlenhydratarmer und eiweißreicher Ernährung 


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Bei einer dauerhaften Ernährung, die kohlenhydratarm und stattdessen eiweißreich gestaltet ist, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Herz-Kreislauf-Krankheit wie Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich erhöht (1). Dies haben die Studienautoren bei über 40.000 Frauen festgestellt, bei denen der Einfluss des Ernährungsverhaltens auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten in einem Zeitraum von 15 Jahren beobachtetet wurde.

Je 20 Gramm weniger Kohlenhydrate pro Tag und dafür fünf Gramm mehr an Proteinen stieg das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Krankheit laut der Autoren um fünf Prozent. Dieses Risiko steigt kontinuierlich weiter, je weniger Kohlenhydrate und je mehr Eiweiß man zu sich nimmt. Wenn bei einer kohlenhydratarmen Ernährung die geliebte Scheibe Vollkornbrot (50 Gramm), die bereits 20 Gramm Kohlenhydrate enthält, konsequent ersetzt wird durch kohlenhydratarme und dafür eiweißreiche Lebensmittel wie beispielsweise eine Scheibe Käse (30 g), die etwa 7 Gramm Eiweiß enthält oder auch die Putenbrust, die bei 100g circa 25 Gramm Eiweiß enthält, bedeutet dies nach den Studienergebnis bereits ein deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko. Auch wenn die Langzeiteffekte noch nicht ausreichend geklärt sind, ist aufgrund der derzeitigen Studienlage von einer Low-Carb-Diät für die langfristige Gewichtskontrolle abzuraten.

Mehr pflanzliche Produkte konsumieren

Die Studie konnte zwar keine signifikanten Unterschiede feststellen, wenn Kohlenhydrate durch pflanzliche oder tierische Eiweiße ersetzt wurden (1,2). Der  erhöhte Verzehr von Fleisch, vor allem von rotem und verarbeitetem Fleisch, ist jedoch mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert und aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) daher nicht zu empfehlen. Eine Ernährung, die stattdessen Eiweiß vermehrt aus pflanzlichen Lebensmitteln bezieht und die Kohlenhydratzufuhr aus einfach, raffiniertem Zucker reduziert, sei aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive hingegen zu befürworten. Insgesamt essen die Deutschen laut DGE nach wie vor zu viele tierische und zu wenig pflanzliche Lebensmittel (3).

„Ausgewogene Ernährung“: Notwendige Zufuhr bestimmter Nährstoffmengen

Eine „ausgewogene Ernährung“ ist eine Ernährung, die durch eine bedarfsgerechte Zufuhr von Energie und Nährstoffen für Gesundheit und Wohlbefinden sorgt (4). Die evidenzbasierten Ernährungsempfehlungen unabhängiger Institutionen sind aus den sogenannten „Nährstoffaufnahme-Referenzwerten“ abgeleitet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ist das Institut, das die aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse aus internationalen Gremien für Deutschland zusammenträgt und seine Empfehlungen daher stets weiterentwickelt. Laut dieser Empfehlungen sollte die Ernährung zu 50-55% aus Kohlenhydraten bestehen. Sie dienen dem Körper als schnelle Energiequelle. Vollkornprodukte enthalten mehr Ballaststoffe und führen zu einem langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels als Weißmehl-Produkte (5, 6). Auch aus diesem Grund sind Vollkornprodukte für eine länger anhaltende Konzentrationsleistung zu bevorzugen. Nicht zuletzt sind in Vollkornprodukten noch die in der Schale enthaltenen wichtigen Spurenelemente, Mineralstoffe, Ballaststoffe, Vitamine, essentielle Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und andere bioaktive Pflanzenstoffe enthalten, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

Kohlenhydrate gehören mit Fetten und Eiweißen zu den drei Makronährstoffen. Die Nährstoffzufuhr sollte zu 30% aus Fetten und zu 15-20% aus Eiweiß (Proteinen) bestehen. Letzteres entspricht einer Zufuhr von 0,75 Gramm Proteinen pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Proteine sind für Wachstum und Reparatur, Funktion und Struktur aller lebenden Zellen verantwortlich und daher lebensnotwendig. Die meisten sind essenziell und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden (7).

Weniger Kohlenhydrate – weniger Leistungsfähigkeit

Auch vor dem Hintergrund der beruflichen Leistungsfähigkeit ist eine Ernährung mit geringer Kohlenhydratzufuhr nicht zu empfehlen. Zwar sind essenzielle Proteine ebenfalls wichtig für die Denkleistung, seine Energie kann das Gehirn allerdings nur aus Glukose, also Kohlenhydraten beziehen (8). Trainings, die auf ein verbessertes Ernährungsverhalten von Mitarbeitern abzielen, sollten ausschließlich auf der Grundlage wissenschaftlich evidenter Empfehlungen, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zur Verfügung stellt, beruhen. Außerdem sollten sie die Kompetenz der Teilnehmer erhöhen, die teilweise in die Irre führenden Gesundheitsinformationen und Mythen bewerten und entsprechend für sich nutzen zu können.

 

Quellen:

(1) Lagiou, P., Sandin, S., Lof, M., Trichopoulos, D., Adami, H.O. & Weiderpass, E. (2012). Low carbohydrate-high protein diet and incidence of cardiovascular diseases in Swedish women: prospective cohort study. BMJ 344:e4026.

(2) Leitzmann (2007). ZUSAMMENFASSUNG Ernährung, körperliche Aktivität und  Krebsprävention: Eine globale Perspektive. DAS GLOBALE NETZWERK DES WORLD CANCER RESEARCH FUND, 1. Auflage. Großbritannien.

(3) Ernährungsbericht 2012. Bonn: Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

(4) Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Nährstoffaufnahme-Referenzwerte und Ernährungsleitlinien.

(5) European Food Information Counsil (2012). Grundlagen: Fakten über Vollkorn.

(6) Biesalski, H. K. (2010). Ernährungsmedizin. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.

(7) European Food Information Counsil (2012). Grundlagen: Kohlenhydrate.

(8) Gehirnstoffwechsel. Lexikon der Neurowissenschaft. Spektrum.de