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Der Blog für Betriebliches Gesundheitsmanagement

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Vitaminpillen verbessern weder die Gesundheit noch die Leistungsfähigkeit

Melanie Linnenschmidt

Der Konsum von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten ist weit verbreitet. Insgesamt werden jährlich ca. 11,8 Millionen Dollar weltweit ausgegeben. Rund ein Viertel der Deutschen kaufte 2010 Nahrungsergänzungsmittel. Forscher schreiben in ihrem Kommentar in Annals of Internal Medicine kritisch, dass jegliche Investition in Vitaminpillen nicht nur unnütz ist, sondern eine Förderung von Gesundheitsrisiken bedeuten kann (6). So gebe es bisher keine Übersichtsarbeit, die einen signifikanten positiven Effekt auf die Gesundheit zeigen konnte (5). Stattdessen ist die Einnahme von Betakarotin, Vitamin E und Vitamin A in hohen Dosen eher gesundheitsschädlich. Studien existieren, die außerdem ein gesteigertes Krebsrisiko und eine höhere Sterblichkeit feststellen (6, 7).

Vitaminsupplemente und Gesundheit

In Deutschland und Amerika sind Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigsten Krankheiten und die Hauptursache der Sterbefälle. Das Team um Fortmann (2013) analysierte den Einsatz hochdosierter Vitaminpräparate an mehr als 400 000 zufällig ausgewählten Teilnehmern. Das Ergebnis zeigt, dass es nach bis zu elf Jahren keine annehmbare Evidenz für einen vorteilhaften Effekt zur Sterblichkeit, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt (4). Die Einnahme von Multivitaminpräparaten schützt des Weiteren nicht vor dem altersbedingten Abbau kognitiver- und verbaler Gedächtnis- Fähigkeiten (5). Ebenso helfen sie nicht bei der Rehabilitation nach schweren Herzerkrankungen (8).

 Vitaminsupplemente im Sport

Jüngst wurde der kontrovers diskutierte Zusammenhang zwischen der (besonders im Leistungssport verbreiteten) regelmäßigen Einnahme von Vitamin C und E und der Ausdauerleistungsfähigkeit untersucht. Nach 11 Wochen Einnahme täglicher hochdosierter Einnahme, war die positive Anpassung der Zellen an die Anstrengung im Vergleich zu Sportlern, die keine Nahrungsergänzungsmittel eingenommen hatten, sogar auffällig geringer. Im Wesentlichen waren weniger der Marker vorhanden, die für die Produktion neuer Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) stehen, vorhanden. Somit ist statt der beabsichtigten gesteigerten sogar eine verminderte Ausdauerleistungsfähigkeit eingetreten (2, 9).

Nur in bestimmten Fällen ist eine gezielte Ergänzung der Nahrung mit einzelnen Nährstoffen sinnvoll, zum Beispiel Folsäure in der frühen Schwangerschaft (1). Die Folgen einer schlechten Ernährung können insgesamt überhaupt nicht durch Pillen ausgeglichen werden (1). Vitaminpillen sind überflüssig und schaden eher der Gesundheit.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung liefert umfangreiche Informationen zur gesundheitlichen Bewertung von Nahrungsergänzungsmitteln. Hier gelangen Sie auf die Homepage.

Quellen:

(1)           Bundesinstitut für Risikobewertung. Gesundheitliche Bewertung von Nahrungsergänzungsmitteln. Zugriff online unter: http://www.bfr.bund.de/de/gesundheitliche_bewertung_von_nahrungsergaenzungsmitteln-945.html.

(2)           Cumming, K., Holden, G., Hallén, G., Ronny, B., Sveen,O.,  Ingvild, S., Bastani, N.,  Østgaard, H., Buer,C., Midttun,M., et al.(2014). Vitamin C and E supplementation hampers cellular adaptation to endurance training in humans: a double-blind randomized controlled trial.

(3)           Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Bunte Pillen für’s gute Gewissen – Was bringen Nahrungsergänzungsmittel? Presse, DGE aktuell 09/2012. Zugriff online unter: http://www.dge.de/presse/pm/bunte-pillen-fuers-gute-gewissen-was-bringen-nahrungsergaenzungsmittel/

(4)           Fortmann, S., Burda, B., Senger, C., Lin, J., Whitlock, E. (2013). Vitamin and Mineral Supplements in the Primary Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer: An Updated Systematic Evidence Review for the U.S. Preventive Services Task Force. In: Annals of Internal Medicine Volume 159, (12)

(5)           Grodstein, F., O’Brien,J., Kang, J., Dushkes, R., Cook, N., Okereke, O., Manson, J., Glynn, R. et al. (2013). Long-Term Multivitamin Supplementation and Cognitive Function in Men  A Randomized Trial. In: American College of Physicians

(6)           Guallar, E., Strangers, S., Mulrow, C., Appel, L. (2013). Enough Is Enough: Stop Wasting Money on Vitamin and Mineral Supplements In: Ann Intern Med. 159, 850-851

(7)           Klein, E.; Thompson, I.; Tangen, C.; Crowley, J.; Lucia, M.; Goodman, P.(2011) Vitamin E and the Risk of Prostate Cancer The Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial (SELECT). JAMA, 306, (14), 1549-1556

(8)           Lamas, G., Boineau, R., Goertz, C., B. Mark, D., Rosenberg, Y., Stylianou,M., Rozema, T. et al. (2013) Oral High-Dose Multivitamins and Minerals After Myocardial Infarction. A Randomized Trial In: Annals of Internal Medicine, 159, (12)

(9)           Paulsen, G., Hamarsland, H.,Cumming, K., Johansen1, R., Hulmi, J., Børsheim, E., Wiig, H., Garthe, I.  and Raastad, T. (2014). Vitamin C and E supplementation alters protein signalling after a strength training session, but not muscle growth during 10 weeks of training. The Journal of Physiology,  Zugriff online unter: jp.physoc.org