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Verbesserung des Ernährungsverhaltens als Behandlungsmöglichkeit bei schweren Depressionen

Der Blog für Betriebliches Gesundheitsmanagement

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Verbesserung des Ernährungsverhaltens als Behandlungsmöglichkeit bei schweren Depressionen

Melanie Linnenschmidt

Depressionen und Angststörungen stellen eine immense Belastung für betroffene Personen, als auch Arbeitgeber und Krankenkassen dar. Schätzungen der World Health Organisation (WHO) zufolge, führen die durch Depressionen verursachten Fehlzeiten und Produktionsausfälle weltweit jedes Jahr zu wirtschaftlichen Verlusten von bis zu 1.000 Milliarden US-Dollar.

Während ca. der Hälfte der Betroffenen derzeit durch medizinische und psychologische Therapien geholfen wird, ist der Bedarf an Behandlungsoptionen weiterhin groß.

Eine aktuelle Studie der Universität Deakin (USA) mit 166 Probanden untersuchte daher jetzt zum ersten Mal die Auswirkung einer Veränderung des Ernährungsverhaltens als Behandlung von schweren Depressionen.

In der Studie wurden Erwachsene, die an schweren Depressionen erkrankt waren, per Zufall einer von zwei Gruppen zugewiesen und über einen Zeitraum von 3 Monaten begleitet. Während die erste Gruppe soziale Unterstützung erhielt, wurde den Probanden der zweiten Gruppe ein Ernährungsberater zur Seite gestellt, der den Teilnehmern Informationen und Unterstützung zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens vermittelte.

Der Fokus lag hierbei auf dem erhöhten Verzehr von Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Fisch, magerem roten Fleisch, Olivenöl und Nüssen während der Konsum von „ungesunden“ Lebensmitteln wie Süßigkeiten, raffiniertes Getreide, frittierte Lebensmittel, Fast–Food, verarbeitetes Fleisch und zuckerhaltige Getränke soweit wie möglich reduziert werden sollte.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Teilnehmer der Ernährungsintervention eine signifikant höhere Reduktion ihrer depressiven Symptome über den Zeitraum von 3 Monaten aufwiesen, als die Personen der Gruppe, die soziale Unterstützung erhielten.

Während ein Drittel der Ernährungsgruppe am Ende der Studie die Kriterien für eine Remission aufwiesen, waren es bei der sozial unterstützten Gruppe nur 8%. Zusätzlich wiesen die Personen, die die Ernährungsvorgaben am engsten befolgten die größte Verbesserung der Depressionssymptome auf.

Die Verbesserung des Ernährungsverhaltens wies gleichzeitig den positiven Effekt der Gewichtsabnahme der Teilnehmer auf und sorgte somit für eine geringere Wahrscheinlichkeit an Adipositas, Typ-2-Diabetes oder Herzkrankheiten zu erkranken, die sowohl Folge als auch Verstärker einer Depression darstellen können. 

Fazit:

Die Ergebnisse der Studie untermauern die bereits vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Ernährung als eine Schlüsselkomponente bei der Entwicklung und Erhaltung der geistigen (und körperlichen) Gesundheit sehen und geben die Empfehlung bei der Therapie von Depressionen Ernährungsberatung als Maßnahme fest zu implementieren.

Quellen:

1) Jacka et. al., A randomised controlled trial of dietary improvement for adults with major depression (the 'SMILES' trial), 2016 in BMC Medicine