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Der Blog für Betriebliches Gesundheitsmanagement

Unser Blog bietet News rund um die Themen Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung.

Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit durch körperliche Aktivität

Melanie Linnenschmidt

Wussten Sie, dass körperliche Aktivität Gehirnzellen wachsen lässt? Diese und weitere beeindruckenden Ergebnisse berichten Ratey und Loehr (2011) in ihrem Review zu der Wirkung von körperlicher Aktivität auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Sie berichten von kurzfristigen sowie langfristigen Effekten, die sich in einer verbesserten Leistungen im Bereich Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis bemerkbar machen.

Bildgebende Verfahren in den Studien zeigen, dass die neuronalen Systeme, die bei der Aufmerksamkeit, dem Lernen und Gedächtnis aktiv sind, flexibler und effizienter arbeiteten, wenn Studienteilnehmer regelmäßig sportlich aktiv sind oder sich kurz vor der Messung intensiv bewegten, im Vergleich zu sich nicht sportlich betätigenden Teilnehmern. Auf molekularer Ebene wird eine größere Verfügbarkeit von Neurotrophinen und dem sogenannten „growth factor“ (Wachstumsfaktor) durch Sport hergestellt. Neurotrophine sind körpereigene Signalstoffe, die für zielgerichtete Verbindungen zwischen den Nervenzellen zuständig sind und bei der Gedächtnisbildung eine wichtige Rolle spielen. Die von Ratey und Loehr (2011) zitierten Studien zeigen außerdem, dass körperlich aktive Menschen im Vergleich zu Inaktiven eine schnellere Informationsverarbeitung aufweisen und über eine schnellere Reaktionsgeschwindigkeit sowie höhere kognitive Flexibilität und Effektivität verfügen. Dies machte sich in den experimentellen Studien schließlich auch in einer deutlich geringeren Anzahl an Fehlern bei den sportlichen Probanden bemerkbar. Ein wichtiges Ergebnis ist zudem, dass körperliche Aktivität eine protektive Wirkung in Bezug auf altersbedingte kognitive Veränderungsprozesse hat. Das bedeutet, dass durch die Förderung von körperlicher Aktivität nicht nur die Gesundheit erhalten, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit bei Älteren gesteigert und Abbauprozesse verzögert werden können.

Die Autoren ziehen darüber hinaus den Schluss: viel hilft viel. Je mehr der Körper in Aktivität versetzt wird, desto stärker die positiven Effekte und desto besser die kognitive Leistungsfähigkeit. Grundsätzlich sollte das von der World Health Organization (WHO) empfohlene Maß an körperlicher Aktivität nicht unterschritten werden. 150 Minuten bei moderater Anstrengung oder 75 Minuten bei intensiver Anstrengung sowie zwei Mal pro Woche eine Kräftigungseinheit pro Hauptmuskelgruppen mit 8-12 Wiederholungen sind das Mindestmaß an Aktivität, um den Risikofaktor Bewegungsmangel auszuschalten. Durch das Review wird deutlich, dass körperliche Aktivität eine der wichtigsten Ressourcen darstellt, die  Leistungsfähigkeit vor allem auch bei älteren Arbeitnehmern zu erhalten und sogar zu steigern. Betriebliches Gesundheitsmanagement sollte demnach darauf abzielen, Mitarbeiter im Aufbau und Erhalt eines körperlich aktiven Lebensstils zu unterstützen.