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Unser Blog bietet News rund um die Themen Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung.

Gesundheitsmanagement - Wirtschaftlicher Nutzen systematisch unterschätzt

Melanie Linnenschmidt

Wie viel Nutzen bringen Investitionen in die Mitarbeitergesundheit? Diese wichtige Frage stellen sich Personalverantwortliche, die sich mit verschiedenen Konzepten und Angeboten zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement zunehmend befassen. Die häufig zu vernehmende Unsicherheit in Bezug auf den zu erwartenden Return on Investment (ROI) ist berechtigt. Denn die Beantwortung dieser Frage hängt nicht nur von der Qualität der jeweiligen Programme ab, sondern entscheidend auch davon, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in solche Schätzungen mit einbezogen werden.

Fordern und Fördern von Eigenverantwortung senkt Präsentismus

Die einfachste Formel, die zur Berechnung des ROI aufgestellt wird, ist die sogenannte Kölsche Formel (1). Hier werden die Investitionen, die ein BGM-Programm erfordert, den eingesparten Lohnfortzahlungen durch die reduzierten Arbeitsunfähigkeitstage gegenübergestellt. Eine Rechnung, die sich in vielen Fällen lohnt. Doch die Effekte, die ein innovatives und qualitativ hochwertiges Betriebliches Gesundheitsmanagement mit sich bringt, erzielen weitaus größere betriebswirtschaftliche Vorteile, als die gesteigerte Produktivität durch weniger Krankentage.

Die Reduktion von Präsentismus als neue, zukunftsweisende Ausrichtung

Die Reduktion von Präsentismus als neue und zukunftsweisende Ausrichtung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, verspricht einen um ein Vielfaches höheren Produktivitätsgewinn als die Senkung des Absentismus (2). Während nur ein geringer Teil der Mitarbeiter, die Arbeitsunfähigen, keine Leistung trotz Lohnfortzahlung erbringt, bleiben die anwesenden Mitarbeiter unter ihrer möglichen Leistungsfähigkeit aufgrund von verhaltensbedingten Risikofaktoren und zum Teil mangelnder Eigenverantwortung. Der Einfluss von Fehlernährung, Bewegungsmangel, starkem Übergewicht, Rauchen und kardiovaskulären Risikofaktoren auf die Produktivität von Mitarbeitern wurde mehrfach belegt (2,4). Studien zeigen jedoch auch, dass der Einsatz von Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements die Produktivität von Mitarbeitern steigert, indem die Eigenverantwortung beim Thema Gesundheit verdeutlicht und gleichzeitig die Kompetenzen vermittelt werden, einen gesundheitsbewussten Lebensstil langfristig zu entwickeln (2,3,4).

Mit jedem reduzierten Risikofaktor steigt die Produktivität um 1,9 Prozent

Durchschnittliche Kennzahlen geben eine Vorstellung von Produktivitätsgewinnen durch Investitionen in die Mitarbeitergesundheit: Burton und Kollegen ermittelten, dass mit jedem verhaltensbedingten Risikofaktor, der reduziert wird, die Produktivität um durchschnittlich 1,9 Prozent steigt (4). Wenn man von einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 50.000 Euro ausgeht und es Mitarbeitern gelingt, lediglich einen gesundheitlichen Risikofaktor zu reduzieren, werden 950 Euro pro Mitarbeiter an Produktivität durch eine verbesserte berufliche Leistungsfähigkeit jährlich dazugewonnen. Die aufgrund von Studienergebnissen zu erwartende Reduktion des Krankenstands um 25 Prozent hingegen, würde zwar ebenso eine Steigerung der Produktivität bedeuten (5), im Vergleich zur Senkung des Präsentismus jedoch machen diese Effekte nur einen geringeren Teil der betriebswirtschaftlichen Potenziale von Betrieblichem Gesundheitsmanagement aus. Dabei gilt: Je besser die Qualität solcher Gesundheitsprogramme hinsichtlich des Konzeptes und der Durchführung, desto höher der zu erwartende Nutzen.

Eigenverantwortung und Nachhaltigkeit als wichtige Erfolgskriterien

Die eigenverantwortliche Verbesserung der Gesundheit durch die gezielte Verbesserung des individuellen Gesundheitsverhaltens, wird in bisherige betriebswirtschaftliche Bewertungen von Gesundheitsprogrammen kaum berücksichtigt. Man kann somit von einer systematischen Unterschätzung des ökonomischen Nutzens von Gesundheitsprogrammen in Unternehmen ausgehen.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Bundesärztekammer fordert, die individuelle Prävention und nachhaltige Gesundheitsvorsorge zu stärken (6). Dabei appelliert sie an Unternehmen und Krankenkassen, Gesundheitsprogramme nicht als Marketinginstrument zu missbrauchen, sondern einen wirklichen Nutzen durch solche Maßnahmen für die Mitarbeitergesundheit zu erzielen. Für den Nachweis eines solchen Nutzens sollen die Effekte zukünftig mehr evaluiert werden.

Die Nachhaltigkeit von Konzepten und Gesundheitsmaßnahmen, welche leider nur ein geringer Teil der Gesundheitsanbieter auf dem Markt als Qualitätskriterium vorweisen kann, stellt ein zusätzliches wirtschaftliches Argument dar, welches die Investition in hochwertige Gesundheitsprogramme rechtfertigt. Da das eigene Gesundheitsverhalten immer noch den größten Einfluss auf die Gesundheit hat, sollten Unternehmen bei der Suche nach Anbietern auf den konzeptionellen Aspekt der Eigenverantwortung sowie auf nachgewiesene Effekte der Programme achten und die Nachhaltigkeit als wichtiges Kriterium für Qualität und Wirtschaftlichkeit mit einbeziehen.


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Quellen:

(1)     Kowalski, H. (2012). Die Kölsche Formel. Personalmagazin 2012, 12.

(2)     Steinke, M. & Badura, B.  (2011). Präsentismus: Ein Review zum Stand der Forschung. 1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2011.

(3)     Lümkemann, D. (2011). Die Produktivität steigt. Personalmagazin – 03/2011.

(4)     Burton, W. N., Chen, C., Conti, D.J., Schultz, A.B & Edington, D.W. (2006). The association between health risk change and presenteeism change. Journal of Occupational and Environmental Medicine, 48(3), 252-263.

(5)     Chapman (2012) Meta-Evaluation of Worksite Health Promotion Economic Return Studies: 2012 Update. American Journal of health promotion, 26(4), TAHP- 1 – TAHP-12.

(6)     Tätigkeitsbericht der Bundesärztekammer. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 110, Heft 25, 21. Juni 2013

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