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Gesund durch intensive körperliche Aktivität

Melanie Linnenschmidt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt wöchentlich mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität bei moderater Anstrengung bzw. 75 Minuten bei intensiver Anstrengung mit Bewegungseinheiten von einer Mindestdauer von 10 Minuten (1). Eine aktuelle Studie eröffnet erneut die Diskussion darüber, ob die Intensität dieser körperlichen Aktivität überhaupt eine Rolle für den gesundheitlichen Effekt und das Sterblichkeitsrisiko spielt. Die Frage lautet: Haben Walker ähnliche gesundheitliche Vorteile wie Jogger?

Hoher Energieverbrauch durch körperliche Aktivität schützt das Herz-Kreislauf-System

Die Autoren zweier US-Veröffentlichungen mit rund 30.000 Läufern und knapp 16.000 Walkern argumentieren, dass es für die Gesundheit egal sei, ob man rennt oder geht. Entscheidend sei, wie viel Energie dabei verbraucht wird (2). Dieser Energieverbrauch wird in "Metabolischen Äquivalenten" (MET) bemessen, die in sogenannten MET-Tabellen für eine Vielzahl von körperlichen Aktivitäten vorliegen (3). MET ist eine Einheit, die den Stoffwechselumsatz eines Menschen auf seinen Umsatz in Ruhe bezieht. Laut dieser Annahme müsste ein flotter Walker nur etwa eine um 50% längere Strecke zurücklegen und doppelt so lange unterwegs sein wie ein mäßig schneller Jogger, um auf den gleichen MET-Wert, also Energierumsatz zu gelangen und die gleichen Gesundheitseffekte zu erzielen. Joggen und Walken seien laut der Autoren als Aktivitäten insofern vergleichbar, als sie die gleichen Muskelgruppen beanspruchten.

Intensive körperliche Aktivität hat die größere lebensverlängernde Wirkung

Laut Dr. Tim Meyer, Ärztlicher Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes, seien die Aussagen der US-Studie grundsätzlich richtig. Viele Studien weisen darauf hin, dass der Kalorienverbrauch entscheidend für die Gesundheit eines Menschen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Auf die Mortalität bezogen sei in der Vielzahl an Studien aber deutlich zu erkennen, dass intensive körperliche Aktivität die deutlich größere lebensverlängernde Wirkung hat als weniger intensiv betriebener Sport (4). Demnach hätte mäßig anstrengendes Walken nicht die gleichen Vorteile wie intensives Joggen. Der Unterschied wird durch die Betrachtung der Wirkung von körperlicher Aktivität auf die Gesundheit deutlich.

Intensiv bedeutet anstrengend

Für die Gesundheit und die Lebenserwartung entscheidend ist nämlich die körperliche Fitness (5). Diese wird ausschließlich dann erhalten, wenn das von der WHO empfohlene Maß an moderater körperlicher Aktivität pro Woche eingehalten wird. Fitnesssteigernd wirken erst Bewegungseinheiten, die sich im intensiven Bereich abspielen. Das dabei mögliche Tempo (langsames Walken bis Laufen mit Hochgeschwindigkeit) ist abhängig von der körperlichen Fitness und wird durch das individuelle Anstrengungsempfinden bestimmt (6). Wenig Sinn macht es daher über die Abwägung zwischen Joggen und Walken zu diskutieren, wenn die jeweils gleiche körperliche Aktivität für Menschen mit unterschiedlicher Fitness ganz verschiedene Intensitäten und somit unterschiedliche gesundheitliche Effekte bedeuten. Eine Marathonläuferin, die ihre Bewegungseinheiten pro Woche auf das einer übergewichtigen und unfitten Walkerin reduziert, wird langfristig ihre Fitness abbauen und keine gesundheitlichen Vorteile durch das Walken erzielen, selbst bei einer langen Dauer. Ihr Energieumsatz in Ruhe ist durch die regelmäßige und intensive körperliche Aktivität höher und das metabolische Äquivalent für sie bei einer walkenden Bewegungseinheit dementsprechend gering. Für die übergewichtige, unfitte Walkerin hingehen kann das schnelle Gehen hohe Anstrengung bedeuten, weshalb sich ihre körperliche Fitness zunächst auch bei dieser körperlichen Aktivität steigern wird.

Die Empfehlung lautet daher, sich an dem individuellen Anstrengungsempfinden zu orientieren und das von der WHO empfohlene Maß an körperlicher Aktivität in den verschiedenen Intensitätsbereichen zu realisieren (siehe www.who.int/dietphysicalactivity/leaflet-physical-activity-recommendations.pdf). Voraussetzung für ein intensives Ausdauertraining ist eine entsprechende Belastbarkeit durch einen guten Gesundheitszustand. Auf der unter (7) aufgeführten Liste sind Sportmediziner als empfohlene Untersucher für Gesundheitssportler zu finden.

Welchen Einfluss körperliche Aktivität auf die kognitive Leistungsfähigkeit und die psychische Gesundheit hat, erfahren Sie in den folgenden Beriträgen:

Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit durch körperliche Aktivität: www.padoc.de/Gesundheitsmanagement/steigerung-der-kognitiven-leistungsfahigkeit-durch-korperliche-aktivitat/

Bewegung schützt vor psychischen Erkrankungen: www.padoc.de/Gesundheitsmanagement/bewegung-schutzt-vor-psychischen-erkrankungen/

 

Quellen:

(1)     World Health Organization (2011). Global Recommendations on physical activity for health. Verfügbar unter: http://www.who.int/dietphysicalactivity/leaflet-physical-activity-recommendations.pdf

(2)     Williams, P. T. & Thompson, P. D. (2013). Walking Versus Running for Hypertension, Cholesterol, and Diabetes Mellitus Risk Reduction. American Heart Association, May 2013.

(3)     Ainsworth, B. E. et al. (2000). Compendium of Physical Activities: an update of activity codes and MET intensities. Medicine and Science in Sports and Exercise, 32 (Suppl), 498-516.

(4)     Christian Gruber (2013). Gesundheitsvorsorge: Ärzte streiten über Effekt von Walken und Joggen. Spiegel Online, Gesundheit vom 26.04.2013. Verfügbar unter http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/kalorienverbrauch-forscher-streiten-ueber-effekt-von-walken-und-joggen-a-896768.html

(5)    Wen, C. P. et al. (2011). Minimum amount of physical activity for reduced mortality and extended life expectancy: a prospective cohort study. The Lancet, 378, 1244–53.

(6)     Borg, G. (2004). Anstrengungsempfinden und körperliche Aktivität. Deutsches Ärzteblatt, 101(15): A-1016 / B-840 / C-821.

(7)     Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (2013). DGSP/DOSB – Empfohlene Untersucher. Verfügbar unter http://www.dgsp.de/_downloads/allgemein/2013-05-24_Untersucher-gesamt.pdf