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Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei kohlenhydratarmer und eiweißreicher Ernährung - Teil I

Melanie Linnenschmidt

Bei einer dauerhaften Ernährung, die kohlenhydratarm und stattdessen eiweißreich gestaltet ist, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Herz-Kreislauf-Krankheit wie Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich erhöht (1). Dies haben die Studienautoren bei über 40.000 Frauen festgestellt, bei denen der Einfluss des Ernährungsverhaltens auf die Entstehung von Herz-Kreislauf-Krankheiten in einem Zeitraum von 15 Jahren beobachtetet wurde. Je 20 Gramm weniger Kohlenhydrate pro Tag und dafür fünf Gramm mehr an Proteinen stieg das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Krankheit laut der Autoren um fünf Prozent. Dieses Risiko steigt kontinuierlich weiter, je weniger Kohlenhydrate und je mehr Eiweiß man zu sich nimmt. Wenn bei einer kohlenhydratarmen Ernährung die geliebte Scheibe Vollkornbrot (50 Gramm), die bereits 20 Gramm Kohlenhydrate enthält, konsequent ersetzt wird durch kohlenhydratarme und dafür eiweißreiche Lebensmittel wie beispielsweise eine Scheibe Käse (30 g), die etwa 7 Gramm Eiweiß enthält oder auch die Putenbrust, die bei 100g circa 25 Gramm Eiweiß enthält, bedeutet dies nach den Studienergebnis bereits ein deutlich erhöhtes Gesundheitsrisiko. Auch wenn die Langzeiteffekte noch nicht ausreichend geklärt sind, ist aufgrund der derzeitigen Studienlage von einer Low-Carb-Diät für die langfristige Gewichtskontrolle abzuraten.

 

Mehr pflanzliche Produkte konsumieren

Die Studie konnte zwar keine signifikanten Unterschiede feststellen, wenn Kohlenhydrate durch pflanzliche oder tierische Eiweiße ersetzt wurden (1,2). Der erhöhte Verzehr von Fleisch, vor allem von rotem und verarbeitetem Fleisch, ist jedoch mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert und aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) daher nicht zu empfehlen. Eine Ernährung, die stattdessen Eiweiß vermehrt aus pflanzlichen Lebensmitteln bezieht und die Kohlenhydratzufuhr aus einfach, raffiniertem Zucker reduziert, sei aus ernährungswissenschaftlicher Perspektive hingegen zu befürworten. Insgesamt essen die Deutschen laut DGE nach wie vor zu viele tierische und zu wenig pflanzliche Lebensmittel (3).

Quellen:

(1) Lagiou, P., Sandin, S., Lof, M., Trichopoulos, D., Adami, H.O. & Weiderpass, E. (2012). Low carbohydrate-high protein diet and incidence
of cardiovascular diseases in Swedish women: prospective cohort study. BMJ 344:e4026.
(2) Leitzmann (2007). ZUSAMMENFASSUNG Ernährung, körperliche Aktivität und Krebsprävention: Eine globale Perspektive. DAS
GLOBALE NETZWERK DES WORLD CANCER RESEARCH FUND, 1. Auflage. Großbritannien.
(3) Ernährungsbericht 2012. Bonn: Deutsche Gesellschaft für Ernährung.