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Der Blog für Betriebliches Gesundheitsmanagement

Unser Blog bietet News rund um die Themen Betriebliches Gesundheitsmanagement und Betriebliche Gesundheitsförderung.

Bewegung und Stressmanagement bei akuten, nicht-spezifischen Rückenschmerzen

Melanie Linnenschmidt

Deutschlands Ärzte greifen bei Patienten mit unkomplizierten Rückenschmerzen zu schnell zum Röntgengerät, so die Schlussfolgerung einer Studie (1). Wissenschaftlichen Empfehlungen zufolge soll eine radiologische Untersuchung von Rückenschmerzen erst nach sechs Wochen vorgenommen werden (2). Laut Hochrechnungen werden jedoch jährlich 50.000 Patienten bereits vor Ablauf dieser Frist geröntgt (1). Akute, nicht-spezifische Rückenschmerzen gehen zumeist innerhalb der ersten sechs Wochen spontan zurück (2). Die Ursachen seien häufig muskelbedingt und daher auf Röntgengeräten ohnehin nicht zu erkennen. Bei zu frühem Röntgen werden die Patienten somit nicht nur überflüssigen Strahlenbelastungen ausgesetzt, sondern riskieren zudem teils folgeschwere Fehlbehandlungen. Selbst bei Bandscheibenvorfällen kann eine konservative Therapie in neun von zehn Fällen laut der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie zum Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule kuriert werden (3).

Muskelverspannungen als häufigste Ursache für Rückenschmerzen

Die Ursachen von Rückenschmerzen sind nach wie vor unzureichend untersucht. Die in den meisten Fällen muskulär-bedingten Rückenschmerzen sind durch Bewegungsmangel, Fehlhaltungen, einseitige Belastungen sowie Übergewicht verursacht. Aber auch chronischer Stress durch Unzufriedenheit und anderen psychosozialen Faktoren wie Angst oder Depressionen können eine dauerhaft innere Anspannung und damit Verspannung der Rückenmuskulatur begünstigen. Die Nationale Versorgungsleitlinie empfiehlt daher, den oben genannten Risikofaktoren durch einen körperlich aktiven Lebensstil sowie durch individuelles Stressmanagement vorzubeugen (2).

Produktivität durch Rückenschmerzen verringert

Laut des Berichts „Gesundheit in Deutschland 2015“ vom Robert Koch-Institut litten 25% der Frauen und etwa 17% der Männer in den letzten zwölf Monaten unter chronischen Rückenschmerzen (d.h. drei Monate oder länger anhaltend und fast täglich). Muskel-Skelett-Erkrankungen und insbe­sondere Rückenschmerzen sind der zweithäufigste Grund für gesundheitlich bedingte Frühberentungen und verursachen die meisten Arbeitsunfähigkeitstage (4). In einer Meta-Analyse von Donald und Kollegen wurden die Produktivitätsverluste ausgewählter Krankheiten in Bezug auf die resultierende krankheitsbedingte Abwesenheit (Absentismus) sowie den Produktivitätsverlust durch die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der anwesenden Mitarbeiter (Präsentismus) ermittelt. Insgesamt wurden 13 Gesundheitsprobleme, darunter Rückenschmerzen, untersucht. Bei Rückenschmerzen war der Produktivitätsverlust durch Präsentismus sechsmal höher als durch Absentismus (5).

Die vorgestellten Studien zeigen, dass Stressmanagement mit ausreichend Entspannung ebenso wie ein gesundes Bewegungs- und Ernährungsverhalten eine große Bedeutung für das Unternehmen sowie für den Einzelnen haben. Betriebliches Gesundheitsmanagement birgt aufgrund der derzeit noch wenigen innovativen Ansätze zur Förderung des Gesundheitsverhaltens mehr Potenzial.

 

Quellen:

(1) Horenkamp-Sonntag, D. et al. (2015). Radiologische Diagnostik bei akutem, nicht-spezifischen Rückenschmerz. Kommen bildgebende Verfahren zu häufig zum Einsatz? 13. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung (Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung e.V.) und 10. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedzin.

(2) Kreuzschmerz. Patientenleitlinie zur Nationalen Versorgungsleitlinie 2013.

(3) W. Börm, H. Steiger, L. Papavero, J. Herdmann, C. Ohmann und K. Schwerdtfeger. Leitlinie: Lumbaler Bandscheibenvorfall. Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC).

(4) Robert Koch-Institut (Hrsg) (2015) Gesundheit in Deutschland. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Gemeinsam getragen von RKI und Destatis. RKI, Berlin.

(5) Donald. C. Iverson, Kate L. Lewis, Peter Caputi, & Sascha Knospe (2010). The cumulative impact and associated costs of multiple health conditions on employee productivity. Journal of Occupational and Environmental Medicine, 52(12), 1206 – 11.