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Darum sollte das Übergewicht von Mitarbeitern kein Tabuthema im Betrieblichen Gesundheitsmanagement sein

Melanie Linnenschmidt

Zwei Drittel der Männer (67 %) und die Hälfte der Frauen (53 %) in Deutschland sind übergewichtig. Ein Viertel der Erwachsenen (23 % der Männer und 24 % der Frauen) ist sogar stark übergewichtig (adipös). Die Zahl der übergewichtigen Mitarbeiter (BMI > 24,9) in Unternehmen ist in den letzten Jahren merklich gestiegen, insbesondere bei den jüngeren Altersgruppen. Aufgrund der steigenden Häufigkeit und den damit verbundenen Folgen für den Einzelnen sowie das Unternehmen, fragen unsere Kunden häufig danach, wie sie Arbeitnehmer erstens bei der Entwicklung eines gesunden Körpergewichts unterstützen und sie zweitens den entsprechenden betriebswirtschaftlichen Nutzenberechnen können.

Evidenzbasierte Programme als Voraussetzung für langfristigen Erfolg

Übergewicht und Adipositas sind Mitursachen für viele Beschwerden und können die Entwicklung chronischer Krankheiten oder Krebs begünstigen. Nach der aktuellen Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ (1) ist Übergewicht definiert mit einem BMI von 25 - 29,9 und Adipositas beginnt ab einem BMI von 30. Sie fasst zusammen, dass Maßnahmen zur Gewichtsreduktion dann erfolgreich sind, wenn sie evidenzbasiert, d.h. wissenschaftlich fundiert und damit professionell sind. Die entsprechenden Empfehlungen der vier in Deutschland führenden Fachgesellschaften sind in folgenden Punkten eindeutig:

  1. Dem Programm sollte ein Integriertes, leitliniengerechtes Konzept aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie zugrunde liegen,
  2. Das Programm sollte von Ökotrophologen, Ärzten oder Psychologen mit ernährungsmedizinischer, sportmedizinischer oder verhaltenstherapeutischer Qualifikation durchgeführt werden.
  3. Anders als Trends zum Ernährungsverhalten verbreiten, empfiehlt sich das „vollwertige Essen und Trinken nach den 10 Regeln der DGE“ .

Einfluss von Übergewicht auf die Produktivität

Programme des Betrieblichen Gesundheitsmanagements, die diese Qualitätskriterien erfüllen, sind nicht nur für den Einzelnen nachhaltig erfolgreich, sondern außerdem effizient für den Arbeitgeber. In einer vor einem Jahr im Journal of Occupational and Environmental Medicine publizierten Untersuchung wurde die Verbindung zwischen dem Body Mass Index und ökonomischen Ergebnissen eindrucksvoll belegt (2). Bei 71.530 Personen mit einem Durchschnittsalter zwischen 44 und 52 Jahren wurde dabei unter anderem der Präsentismus als der für Unternehmen betriebswirtschaftlich bedeutsamste Kostenfaktor untersucht.  Diese indirekten Kosten bzw. Produktivitätsverluste, z.B. durch eine verringerte kognitive Leistungsfähigkeit, liegen mit steigendem BMI zwischen 5.500 und 8.500 US-Dollar pro Mitarbeiter und Jahr und bestätigen damit frühere Untersuchungen. Anders als der Krankenstand sind sie zwar nicht objektiv messbar, haben jedoch eine höhere betriebswirtschaftliche Relevanz als die Produktivitätsverluste aufgrund von Abwesenheit. Die (empfundenen) Beeinträchtigungen bei Übergewicht und anderen gesundheitlichen Risikofaktoren (z.B. Bewegungsmangel, Rauchen, mangelnde Stresskompetenz) stellen selbst für kleinere Unternehmen enorme Kosten bzw. Chancen für die Produktivitätssteigerung dar, werden in deutschen Unternehmen im Rahmen ihres Betrieblichen Gesundheitsmanagements jedoch kaum beachtet. Durch evidenzbasierte BGM Programme profitieren schließlich nicht nur die Unternehmen, sondern vor allem die Mitarbeiter selbst durch eine gesteigerte Lebensquailität sowie verbesserte physische und psychische Gesundheit.

Auch leichtes Übergewicht verkürzt die Lebenserwartung

Eine andere Studie aus dem Lancet vom August dieses Jahres mit weltweit mehr als 10.600.000 Teilnehmern, die 14 Jahre lang beobachtet wurden, hat übrigens bestätigt, dass die geringste Sterblichkeit bei einem BMI von 20 - 25, d.h. bei Normalgewicht, besteht. Eine frühere anderslautende Untersuchung hatte die Einflüsse von chronischen Krankheiten und Rauchen auf den BMI nicht berücksichtigt. (3)

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Quellen:

(1) Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V., Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V., Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e.V. (2014). Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas“. Verfügbar unter: www.adipositas-gesellschaft.de/fileadmin/PDF/Leitlinien/050-001l_S3_Adipositas_Praevention_Therapie_2014-11.pdf

(2) DiBonaventura, M. et al. (2015) The Association Between Body Mass Index und Health and Economic Outcomes in the United States. American College of Occupational and Environmental Medicine. 57(10), 1047 - 1054.

(3) Di Angelantoni, E. et al. (2016) Body-mass index and all-cause mortality: individual-participant-data meta-analysis of 239 prospective studies in four continents. Lancet. 388(20), 776 – 786.